Amgen steht vor einem Belastungstest für die Profitabilität. Vor den am 3. November nach US-Börsenschluss erwarteten Ergebnissen für das dritte Quartal 2026 hat das Management deutlich höhere Betriebskosten angekündigt. Analysten rechnen weiterhin mit Wachstum. Der Gewinn dürfte nach ihren Schätzungen jedoch langsamer steigen als der Umsatz.
Forschungsausgaben belasten die Gewinnentwicklung
Finanzchef Peter Griffith warnte vor einem deutlichen Kostenanstieg gegenüber dem Vorquartal. Dazu gehört eine Vorauszahlung für Forschung und Entwicklung von 100 Mio. US-Dollar. Hinzu kommen höhere Forschungsausgaben für klinische Studien in späten Entwicklungsphasen.
Der Kostendruck trifft auf Konkurrenz durch Biosimilars bei älteren Produkten. Für Anleger wird deshalb entscheidend, wie viel vom erwarteten Umsatzwachstum beim Ergebnis ankommt. Ein höherer Erlös allein würde noch nicht zeigen, dass Amgen die zusätzlichen Belastungen auffangen kann.
Der Analystenkonsens sieht für das dritte Quartal einen Umsatz von 10,08 Mrd. US-Dollar vor. Das entspricht einem erwarteten Zuwachs von 5,4% gegenüber dem Vorjahr. Für den bereinigten Gewinn je Aktie liegt die Schätzung bei 5,7876 US-Dollar.
Die Erwartungen zeichnen damit kein Bild eines Geschäftseinbruchs. Sie verlagern den Schwerpunkt vielmehr auf die Kostenkontrolle und die Frage, wie stark die zusätzlichen Ausgaben die Profitabilität begrenzen.
Beim bereinigten Gewinn je Aktie erwarten Analysten ein Plus von 2,6% gegenüber dem Vorjahr. Damit fällt der prognostizierte Ergebnisanstieg schwächer aus als das erwartete Umsatzwachstum.
Jahresprognose als wichtiger Maßstab
Neben den Quartalszahlen rückt der Ausblick in den Mittelpunkt. Entscheidend ist, ob Amgen seine bisherigen Jahresziele trotz der angekündigten Mehrbelastungen aufrechterhält. Besonders die Aussagen zur weiteren Kostenentwicklung dürften helfen, den erwarteten Margendruck einzuordnen.
Die bisherige Umsatzprognose für 2026 liegt bei 38,2 bis 39,4 Mrd. US-Dollar. Diese Spanne bildet den Maßstab für die Einordnung der neuen Erlösziffern.
Beim Gewinn reicht der Blick über das einzelne Quartal hinaus. Zusätzliche Forschungsausgaben belasten zunächst das Ergebnis; ihre Bedeutung für die Jahresziele hängt davon ab, wie sie sich im weiteren Geschäftsverlauf auswirken.
Für den bereinigten Gewinn je Aktie nennt Amgen bislang eine Jahresspanne von 22,30 bis 23,50 US-Dollar. Die im zweiten Quartal kommunizierte Margenprognose für das Gesamtjahr beträgt 45–46% des Produktumsatzes.
Management muss Kostenentwicklung erläutern
Die angekündigte Telefonkonferenz bietet Gelegenheit, die Belastungen genauer einzuordnen. CEO Robert A. Bradway und weitere Führungskräfte wollen die Ergebnisse um 16:30 Uhr ET erläutern.
Für Anleger zählen dabei nicht nur mögliche Abweichungen vom Konsens. Ebenso wichtig ist, ob das Management zwischen der genannten Vorauszahlung und weiteren operativen Kostensteigerungen unterscheidet. Daran lässt sich beurteilen, wie belastbar die bisherigen Gewinnziele angesichts des schwächeren erwarteten Ergebniswachstums bleiben.
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