Gute Nachrichten und trotzdem rote Zahlen: American Express hat nach den Quartalszahlen die Gewinnprognose für 2026 angehoben, die Aktie aber landete am Freitag auf dem letzten Platz im Dow Jones. Am Ende stand ein Minus von 3,7 Prozent. Die Anleger schauten offenbar genauer auf das Kleingedruckte.
Was den Kurs belastet
Der Kreditkartenkonzern profitiert von höheren Kundenausgaben, und das stützt die angehobene Gewinnprognose. Das Wachstum des Kartenabrechnungsvolumens verfehlte allerdings die Markterwartungen. Außerdem stiegen die operativen Kosten.
Genau hier setzt der angekündigte Stellenabbau an: Rund 3.500 Stellen will American Express streichen, um die steigenden Kosten in den Griff zu bekommen. Marktteilnehmer scheinen darin keine reine Entlastung zu sehen. Der Schritt zeigt auch, dass der Kostendruck spürbar ist.
Schwacher Gesamtmarkt verstärkt den Druck
Das Umfeld half nicht. Der Dow verlor zum Wochenschluss 1,23 Prozent auf 52.215 Punkte. Steigende Ölpreise schüren Inflations- und Zinsängste, Brent verteuerte sich zeitweise auf knapp 117 Dollar je Fass. Hinzu kommt die Zinsentscheidung der US-Notenbank am kommenden Mittwoch, vor der sich viele Anleger zurückhalten.
Am Markt wird weiterhin eine Zinserhöhung um einen Viertelpunkt im Dezember erwartet. Für Unternehmen, die vom Konsum abhängen, ist ein solches Umfeld heikel. Es belastet Verbraucher und Stimmung gleichermaßen.
Im Dow setzten sich ausgerechnet Energiewerte ab: Chevron führte den Index mit einem Plus von 2,9 Prozent an. American Express bildete das Gegenstück.
Ausblick
Der nächste Test steht am Mittwoch an, wenn die Fed ihre Zinsentscheidung verkündet. Erwartet wird, dass die Notenbank die Zinsen unverändert lässt. Fällt das begleitende Statement hawkish aus, könnte der Druck auf konsumnahe Finanzwerte wie American Express anhalten. Zusätzlich stehen in der kommenden Woche Daten zum US-Bruttoinlandsprodukt und zur PCE-Inflation an.
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