Eine Kursrallye von fast 60 Prozent innerhalb eines Monats weckt Begehrlichkeiten. Bei Advanced Micro Devices (AMD) nutzen nun erste Führungskräfte die Gunst der Stunde. Während milliardenschwere Deals mit Tech-Giganten die Fantasie befeuern, macht der Technikchef Kasse.
Mark D. Papermaster hat ein Aktienpaket abgestoßen. Der Chief Technology Officer verkaufte am 24. April gut 31.000 Papiere zu einem Kurs von 350 US-Dollar. Das entspricht einem Gegenwert von knapp elf Millionen Dollar.
Der Verkauf lief über einen vorab festgelegten Handelsplan aus dem Jahr 2025. Papermaster bleibt dem Konzern eng verbunden und hält weiterhin mehr als 1,2 Millionen Aktien. Bereits Mitte April hatte er ein kleineres Paket veräußert. Das illustriert das rasante Tempo der jüngsten Kursgewinne.
Milliarden-Deals treiben den Kurs
Hinter dem starken Aufstieg stehen massive Infrastruktur-Investitionen der Industrie. AMD sicherte sich strategische Partnerschaften mit Meta und OpenAI. Diese umfassen den Aufbau von sechs Gigawatt an GPU-Kapazität. Solche mehrjährigen Vereinbarungen untermauern die Auftragsbücher für die KI-Beschleuniger MI300X und den kommenden MI400.
Die Aktie notiert aktuell bei rund 272 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von fast 59 Prozent auf der Anzeigetafel. Damit bewegt sich der Kurs nur knapp unter dem jüngsten 52-Wochen-Hoch.
Hohe Erwartungen vor Quartalszahlen
Die rasante Beschleunigung hat die Bewertung stark angespannt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt mittlerweile bei 133. Analysten der Investmentbank DA Davidson hoben ihr Kursziel zuletzt auf 375 US-Dollar an. Die Marktkapitalisierung übersteigt die durchschnittlichen Konsensschätzungen vom Monatsanfang deutlich.
Am 5. Mai legt AMD die Ergebnisse für das erste Quartal vor. Marktbeobachter fordern dann handfeste Beweise. Die milliardenschweren Kapazitätszusagen müssen sich in einer konkreten Anhebung der Umsatzprognose niederschlagen. Enttäuscht der Ausblick für die Rechenzentrums-Sparte, droht ein rascher Abbau der hohen Bewertungsprämien.
