Die Nachfrage nach Rechenleistung für künstliche Intelligenz erfasst zunehmend klassische Hauptprozessoren. Bei AMD rückt neben reinen Beschleunigerchips die Sparte für Server- und PC-Prozessoren stärker in das Blickfeld der Marktteilnehmer. Am Freitag ging die Aktie bei 554,30 Euro aus dem europäischen Handel. Damit liegt der Kurs nur 2,2 Prozent unter dem am selben Tag erreichten 52-Wochen-Hoch von 566,50 Euro.
Treiber dieser Entwicklung sind veränderte Anforderungen in Rechenzentren. Während das Training großer Modelle vor allem Spezialbeschleuniger beansprucht, verlangen neue Softwarestrukturen erhebliche Kapazitäten bei der klassischen Ablaufsteuerung. AMD versucht, diese wachsende Lücke mit seiner Chip-Architektur auf verschiedenen Ebenen abzudecken.
Bank of America hebt Marktprognose an
Analyst Vivek Arya von der Bank of America passte am Freitag seine Einschätzung an. Er stufte die AMD-Aktie weiterhin mit „Buy“ ein und erhöhte das Kursziel von 620 $ auf 720 $. Zudem bezeichnete Arya das Unternehmen als bevorzugten CPU-Titel seines Hauses.
Hintergrund ist eine deutliche Expansion des Zielmarktes. Nach Schätzungen der Bank of America könnte das weltweite Marktvolumen für Server-CPUs bis 2030 auf 210,6 Milliarden $ klettern, verglichen mit 61,4 Milliarden $ im laufenden Jahr. Die Analysten erwarten, dass komplexe Systeme den Bedarf an Prozessoren massiv antreiben.
Bereits am 18. September hatte AMD dargelegt, welche Aufgaben die hauseigenen EPYC-Prozessoren innerhalb agentischer KI-Systeme übernehmen können. Der Konzern positioniert seine Serverchips gezielt für die Datenaufbereitung, Systemkoordination und Schnittstellenverwaltung. Diese Funktionen gewinnen an Bedeutung, wenn Programme eigenständig mehrstufige Arbeitsabläufe ausführen.
Neue Anwendungen für PC-Prozessoren
Die Ausrichtung auf KI-gestützte Arbeitslasten beschränkt sich nicht auf Großrechner. Am Donnerstag teilte AMD mit, dass der Perplexity Portable Computer auf unterstützten Windows-Rechnern mit Ryzen-AI-Max-Prozessoren betrieben werden kann. Diese Plattform soll Entwicklern lokale Rechenkapazitäten für fortschrittliche Modelle direkt am Arbeitsplatz bereitstellen.
Verkäufe über automatisierte Handelspläne
Parallel zur operativen Positionierung verzeichneten Pflichtmitteilungen mehrere Aktienverkäufe aus der Führungsebene. Sowohl Vorstandschefin Lisa Su als auch Forrest Norrod, Leiter der Rechenzentrumssparte, veräußerten im September Anteile über vorab festgelegte Handelspläne nach Rule 10b5-1. Solche Verkäufe dienen in der Regel der persönlichen Liquiditätsplanung und laufen unabhängig von operativen Entwicklungen ab.
Stand heute, 27. September: AMD – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in AMD investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 27. September gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
