Zwei Entwicklungen bestimmen diese Woche das Bild bei Advanced Micro Devices: Washington hat eine geplante globale Exportlizenzpflicht für KI-Chips überraschend zurückgezogen — und gleichzeitig wächst unter Analysten die Skepsis, ob AMD seinen Hardware-Vorsprung schnell genug in Gewinne ummünzen kann.
Exportregel vom Tisch — vorerst
Das US-Handelsministerium hatte eine Regelung geplant, die ausländische Betreiber großer KI-Cluster verpflichtet hätte, in amerikanische KI-Infrastruktur zu investieren, um überhaupt Zugang zu Hochleistungschips zu erhalten. Das hätte die Chips für internationale Kunden faktisch doppelt so teuer gemacht. Mit dem Rückzug dieser Regel entfällt ein erhebliches Hindernis für AMDs internationales Geschäft — gerade weil ein Großteil der KI-Wachstumsstory auf Verkäufen an Hyperscaler und staatliche Projekte außerhalb der USA beruht.
Vollständige Entwarnung ist das allerdings nicht. Exportkontrollen und politische Risiken bleiben bestehen, und ein neuer Regulierungsanlauf könnte ähnliche Beschränkungen jederzeit wieder auf die Agenda bringen.
Analysten gespalten
Goldman Sachs und D.A. Davidson halten beide an einer „Neutral“-Einschätzung fest. James Schneider von Goldman Sachs hob sein Kursziel zwar von 210 auf 240 US-Dollar an, sieht aber „begrenzte kurzfristige operative Hebelwirkung“, weil hohe Forschungsausgaben die Margen belasten dürften. Gil Luria von D.A. Davidson startete die Abdeckung mit einem Kursziel von 220 US-Dollar und kritisiert vor allem den Software-Stack und das Ökosystem rund um AMDs Hardware — nicht die Chips selbst.
Das Gesamtbild ist konstruktiver: Auf Basis von 23 Kauf- und acht Halteempfehlungen der vergangenen drei Monate lautet der Analysten-Konsens „Moderate Buy“.
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Milliarden-Deals als Fundament
Die langfristige Investitionsthese stützt sich auf zwei Großverträge. Meta hat sich verpflichtet, über mehrere Chip-Generationen hinweg GPUs mit einer Gesamtleistung von sechs Gigawatt abzunehmen und setzt zudem als Erstkunde auf AMDs sechste EPYC-Prozessorgeneration. Zusammen mit einer Vereinbarung mit OpenAI summieren sich die GPU-Lieferzusagen auf zwölf Gigawatt über die nächsten Jahre. Die ersten Auslieferungen im Rahmen des Meta-Deals sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 beginnen.
Das Rechenzentrumsgeschäft wuchs 2025 um 32 Prozent auf einen Jahresumsatz von 16,6 Milliarden US-Dollar — ein Rekord. Im vierten Quartal legte das Segment um 39 Prozent auf 5,4 Milliarden US-Dollar zu. Der Gesamtumsatz für 2025 erreichte 34,6 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Starke Zahlen, offene Profitabilitätsfrage
Die AMD-Aktie notiert seit Jahresbeginn rund elf Prozent im Minus und liegt damit deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von knapp 184 Euro. Das Spannungsfeld bleibt dasselbe: Die Hardware-Roadmap — von der Helios-Rack-Plattform bis zu den nächsten EPYC-Generationen — gilt als wettbewerbsfähig. Ob AMD aber die Tiefe des Nvidia-Ökosystems aufholen und die hohen Investitionen in nachhaltige Gewinnmargen übersetzen kann, wird die entscheidende Messlatte für die kommenden Quartale sein.
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