Während die Aktie nach einer schwachen Woche unter Druck steht, sammelt AMD strategische Punkte abseits des Tagesgeschäfts. Gemeinsam mit IBM und dem Oak Ridge National Laboratory startet der Chipkonzern eine neue Plattform für Quantenfehlerkorrektur. Das Projekt zeigt, wo AMD seine Rechenleistung jenseits klassischer KI-Anwendungen platzieren will.
Was die Plattform leistet
Die erste Installation verbindet IBMs Quantenrechner, darunter der 120-Qubit-Prozessor Nighthawk, mit dem Supercomputer Umbra des Oak Ridge National Laboratory. Umbra läuft auf AMD-Instinct-MI355X-Beschleunigern und EPYC-Prozessoren der fünften Generation. Diese Hardware liefert die klassische Rechenbasis, um Quantenfehler zu decodieren, Verfahren zu optimieren und Software zu orchestrieren.
Der Hintergrund: Quantencomputer sind extrem störanfällig. Fehlerkorrektur gilt als Schlüssel, damit sie praktisch nutzbar werden. Das US-Energieministerium verfolgt dazu die Quantum Genesis Mission und peilt bis Ende 2028 hundert logische Qubits mit 100.000 anspruchsvollen Operationen an. IBM hat bisher Experimente mit bis zu 70 logischen Qubits und 438 solcher Operationen demonstriert. Bis zum Ziel fehlt rund das 230-Fache.
AMD-Technikchef Mark Papermaster sprach von einem wichtigen Schritt hin zu fehlertolerantem Quantencomputing. Auf Vorarbeit können die Partner aufbauen: Im vergangenen Jahr zeigten IBM und AMD bereits einen Algorithmus, der Quantenfehler effizient auf AMD-Chips decodiert. Zudem beschleunigen AMD-GPUs bei IBM einen Rechenschritt in hybriden Quanten-Supercomputing-Workflows.
Analysten bleiben gespalten
An der Börse spielt das Thema vorerst eine Nebenrolle. HSBC hob das Kursziel von 500 auf 540 Dollar an, beließ das Votum aber bei „Hold“. Das Potenzial von rund 12 Prozent reiche für eine positivere Haltung nicht aus. Positiv wertet Analyst Frank Lee die Stärke bei Server-CPUs. Dagegen stehen schwache Nachfrage bei Client-CPUs, Ausbeuterisiken bei Verpackungsdienstleistern der zweiten Reihe und Unsicherheit über den Hochlauf der Helios-Plattform.
Die Aktie schloss zuletzt bei 488,78 Dollar und gab binnen einer Woche knapp 14 Prozent nach. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 91 Prozent.
Das Bild der Analysten bleibt breit: Die Kursziele reichen von 540 Dollar bei RBC und HSBC bis 685 Dollar bei StoneX. Die starken Zahlen zum dritten Quartal mit 13,38 Milliarden Dollar Umsatz, 45 Prozent über Vorjahr, und einem Plus von 97 Prozent im Rechenzentrumsgeschäft sind dabei die gemeinsame Basis.
Die Quantenkooperation ist langfristig angelegt: Sie soll Erkenntnisse für IBMs ersten fehlertoleranten Quantencomputer Starling liefern, an dem AMD-Technik künftig mitwirken könnte.
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