AMD startet holprig ins Börsenjahr 2026. Nach einem starken Lauf im vergangenen Jahr prallen hohe Erwartungen, ambitionierte KI-Pläne und zunehmender Wettbewerbsdruck sichtbar aufeinander. Die CES-Neuheiten zeigen klar die strategische Richtung – doch die Börse reagiert verhaltener, als das Produktfeuerwerk vermuten lässt.
CES 2026: Starke Story, begrenzter Kurseffekt
Auf der CES 2026 präsentierte AMD eine ganze Reihe neuer Produkte mit KI-Fokus. Im Zentrum stand die Helios-AI-Serverrack-Plattform, die CEO Lisa Su als „bestes KI-Rack der Welt“ positionierte – eine direkte Kampfansage an Nvidias Dominanz im Rechenzentrumsbereich.
Daneben stellte der Konzern neue Ryzen AI 400 und Ryzen AI PRO 400 Prozessoren für Copilot+-PCs, Ryzen AI Max+ für ultradünne Notebooks sowie den Gaming-Chip Ryzen 7 9850X3D mit höherem Boost-Takt vor. Ergänzt wurde das Paket durch erweiterte Softwareunterstützung (ROCm 7.2), um das Ökosystem rund um die eigenen KI-Chips zu stärken.
An der Börse verpuffte der Impuls jedoch teilweise. Die Aktie hat sich seit einem Zwischenhoch Anfang Januar spürbar zurückgezogen – ein Hinweis darauf, dass viele Anleger die KI-Fantasie bereits eingepreist hatten und nun stärker nach harten Zahlen und Margenpotenzial fragen.
Datenzentren als Wachstumsmotor
Operativ liefert AMD vor allem im Rechenzentrumssegment ab. Im dritten Quartal 2025 sprang der Umsatz in diesem Bereich gegenüber dem Vorquartal um 34 % auf 4,3 Milliarden US-Dollar. Noch auffälliger ist die Gewinnentwicklung: Das operative Ergebnis des Segments legte im Jahresvergleich um 793 % auf 1,1 Milliarden US-Dollar zu.
Treiber ist vor allem der MI300-Beschleuniger, der bei Hyperscalern zunehmend als Alternative zu Nvidias angespannten Lieferkapazitäten gefragt ist. Auf Konzernebene stieg der Quartalsumsatz auf 9,25 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen von 8,76 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie lag mit 1,20 US-Dollar leicht über den Erwartungen.
Wesentliche Punkte im Überblick:
- Deutliches Wachstum im Datacenter-Geschäft dank MI300
- Margenverbesserung durch höherwertige GPU-Produkte
- Konzernumsatz und Ergebnis je Aktie leicht über Konsens
Diese Zahlen unterfüttern die KI-Story mit Substanz – auch wenn der Markt aktuell stärker auf Bewertung und Konkurrenz blickt.
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Hohe Bewertung trifft harten Wettbewerb
Die Kehrseite der Medaille ist die Bewertung. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von gut über 100 sind bereits erhebliche Wachstumsfantasien im Kurs enthalten. Gleichzeitig bleibt die Aktie ausgesprochen schwankungsanfällig: Die Spanne der vergangenen zwölf Monate reicht von einem Tief im Bereich um 70 US-Dollar bis hinauf in die Nähe von 230 US-Dollar.
Analysten sehen die Perspektiven mehrheitlich positiv und kommen im Schnitt auf ein Kursziel von 277 US-Dollar („Moderate Buy“). Die Spannbreite ist allerdings groß: Während Wells Fargo mit 345 US-Dollar besonders optimistisch ist, bleibt Morgan Stanley mit einem Kursziel von 260 US-Dollar und dem Votum „equal weight“ deutlich vorsichtiger.
Parallel verschärft sich der Wettbewerb:
- Nvidia dominiert weiterhin den Markt für KI-Beschleuniger, gegen den AMD mit MI300 und der neuen Helios-Plattform antritt.
- Intel hat auf der CES 2026 neue Panther-Lake-Prozessoren auf 18A-Technologie vorgestellt, die direkt auf AMDs Stärke im Gaming- und Consumer-CPU-Bereich zielen.
Besonders relevant: AMD hält bislang nur einen einstelligen Marktanteil bei GPUs für Rechenzentren, während der Markt für KI-Infrastruktur bis 2029 mit etwa 42 % pro Jahr wachsen soll. Schon kleine Marktanteilsgewinne könnten daher überproportional auf Umsatz und Gewinn durchschlagen, da GPU-Margen klar über denen klassischer CPUs liegen.
Insiderverkäufe im Blick
Für zusätzliche Diskussionen sorgt der jüngste Insiderverkauf. CEO Lisa Su trennte sich am 11. Dezember 2025 von 125.000 Aktien zu einem Kurs von 215,14 US-Dollar und realisierte damit rund 26,9 Millionen US-Dollar. Insgesamt haben Insider in den vergangenen 90 Tagen 178.358 Aktien im Wert von 39,2 Millionen US-Dollar verkauft.
Im Markt wird dies überwiegend als normale Portfolio-Diversifikation gewertet, größere institutionelle Investoren verfolgen solche Transaktionen dennoch genau, um mögliche Stimmungswechsel im Management früh zu erkennen.
Technische Lage und Ausblick
Nach einem Gewinn von rund 80 % auf Sicht von zwölf Monaten hat die AMD-Aktie zuletzt etwas Luft abgelassen. Der Kurs liegt mit 207,69 US-Dollar aktuell mehrere Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch, aber deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt – ein Bild, das weder klar überkauft noch massiv angeschlagen wirkt.
Kurzfristig rückt nun der 3. Februar 2026 in den Mittelpunkt, wenn AMD die nächsten Quartalszahlen vorlegt. Entscheidend werden dabei Signale zum weiteren MI300-Rampenlauf sowie zur Nachfrage nach Ryzen-AI-Prozessoren im PC- und Enterprise-Segment sein. Der später im Jahr erwartete Start der MI400-Serie gilt als nächste große Wegmarke für die Datacenter-Strategie und dürfte zeigen, ob AMD seinen Anspruch als ernstzunehmender KI-Konkurrent von Nvidia auch in die nächste Produktgeneration tragen kann.
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