Wer in diesem Jahr auf AMD gesetzt hat, sitzt auf einem satten Gewinn. Ausgerechnet jetzt zieht sich eine der bekanntesten Wachstumsinvestorinnen zurück und schichtet ihr Kapital in einen ganz anderen Sektor um. Das wirft die Frage auf, ob hinter dem Rückzug mehr steckt als reine Gewinnmitnahme.
Seit Januar hat die AMD-Aktie an der NASDAQ rund 158 Prozent zugelegt. Am Montag legte der Titel noch einmal deutlich zu und schloss mit einem Plus von 6,61 Prozent bei 552,05 US-Dollar. Nachbörslich bröckelte der Kurs leicht auf 549,15 US-Dollar ab – ein überschaubarer Rücksetzer nach der starken Tagesperformance.
Wood tauscht Chips gegen Raketenabwehr
Cathie Woods Fondsgesellschaft ARK Invest hat zuletzt erneut AMD-Anteile verkauft und im Gegenzug ihre Position bei Kratos Defense & Security Solutions über gleich drei ETFs ausgebaut. Das Muster ist nicht neu: Bereits am 15. Juni 2026 hatte ARK beide Werte am selben Tag gegenläufig gehandelt. Seit Mitte Juni verläuft die Entwicklung konstant in diese Richtung – Verkäufe bei AMD, Zukäufe bei Kratos.
Ganz so eindeutig, wie es aussieht, ist die Sache allerdings nicht. ARKs eigene Handelsmechanik kann Zu- oder Abflüsse in den Fonds automatisch in Käufe oder Verkäufe übersetzen, unabhängig von einer frischen Überzeugung des Managements. Die Kratos-Position wurde 2026 bereits zweimal verkauft und zweimal wieder aufgebaut – ein Muster, das eher zu diesem Mechanismus passt als zu einer einmal gefassten Anlageentscheidung.
Der Chipsektor kühlt insgesamt ab
Der Rückzug bei AMD fällt in eine Phase, in der Halbleiterwerte insgesamt unter Druck geraten sind. Der Philadelphia Semiconductor Index hatte im Juni 2026 mit über 14.600 Punkten ein Allzeithoch erreicht, nach einer rund zweijährigen Rally von etwa 125 Prozent.
Zuletzt ging es deutlich abwärts: Der Index verlor in der vergangenen Woche an einem einzelnen Handelstag 5,4 Prozent und rutschte auf 12.626 Punkte. Berichte über mögliche Überkapazitäten bei KI-Rechenzentren belasteten neben AMD auch Werte wie Micron und Applied Materials, in Europa traf es Infineon und Aixtron.
Ob sich die Umschichtung bei ARK Invest fortsetzt, dürfte sich in den kommenden täglichen Handelsmeldungen der Fondsgesellschaft zeigen. Für AMD-Anleger bleibt entscheidend, ob sich der Halbleiterindex von seinem jüngsten Rücksetzer erholt oder die Sorge vor Überkapazitäten den Sektor weiter belastet.
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