Nach einer beeindruckenden Kursrally rückt AMD wieder stärker ins Rampenlicht – diesmal dank höherer Erwartungen an das Wachstum im Server- und KI-Geschäft. Ein frisches Kursziel-Upgrade, konkrete Produkttermine und auffällige Insiderverkäufe sorgen zugleich für Rückenwind und Fragezeichen. Entscheidend wird nun, ob AMD die gestiegene Messlatte bei den kommenden Quartalszahlen auch überspringen kann.
Bernstein hebt Schätzungen an
Ein wesentlicher Treiber der aktuellen Stimmung ist ein neuer Bericht von Bernstein Research. Analyst Stacy Rasgon hat das Kursziel für AMD von 200 auf 225 US‑Dollar angehoben und gleichzeitig seine Prognosen für das vierte Quartal 2025 nach oben angepasst. Die Einstufung bleibt zwar bei „Market Perform“, doch die Zahlen wurden leicht erhöht.
Bernstein erwartet nun Q4‑Umsätze von 9,7 Milliarden US‑Dollar und einen Gewinn je Aktie von 1,31 US‑Dollar, nach zuvor 9,6 Milliarden und 1,30 US‑Dollar. Hintergrund ist ein stärker als gedacht laufendes Servergeschäft, das schwächere Annahmen für den PC‑Markt überkompensiert. Diese Größenordnung liegt damit etwas über der bisherigen Konsensschätzung, die sich um 9,6 Milliarden US‑Dollar Umsatz bewegte.
Damit spiegelt der Bericht wider, was viele Marktbeobachter derzeit sehen: AMD profitiert vor allem dort, wo hohe Rechenleistung und KI‑Workloads gefragt sind, während klassische PC‑Nachfrage eher verhalten eingeschätzt wird.
Institutionelle Ströme und Insiderverkäufe
Parallel zu den optimistischeren Analystenmodellen zeigt sich auf der Eigentümerseite ein gemischtes Bild. So hat Simplicity Wealth LLC im dritten Quartal laut aktuellen Daten zum 22. Januar 2026 rund 2.163 AMD‑Aktien verkauft und damit seine Position um etwa 6,1 % reduziert. Die Gesellschaft hält dennoch mit 33.018 Anteilen im Wert von rund 5,34 Millionen US‑Dollar weiterhin ein nennenswertes Engagement.
Deutlich markanter sind die jüngsten Insidertransaktionen. In den vergangenen drei Monaten haben Unternehmensinsider insgesamt 164.000 Aktien verkauft, mit einem Volumen von rund 36 Millionen US‑Dollar. Besonders ins Auge fällt ein Verkauf von 125.000 Aktien durch CEO Lisa Su. Insgesamt halten Insider nur noch etwa 0,06 % des Unternehmens, während institutionelle Investoren rund 71,34 % der Aktien kontrollieren.
Solche Verkäufe müssen nicht zwangsläufig eine negative Aussage über die operative Entwicklung haben, werden vom Markt aber oft genau beobachtet – gerade wenn sie zeitlich mit starken Kursanstiegen und angehobenen Erwartungen zusammenfallen.
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Produktpipeline: Ryzen und KI im Fokus
Auf der operativen Seite baut AMD seine technologische Basis weiter aus. Am 22. Januar hat das Unternehmen den Starttermin für den Ryzen 7 9850X3D bestätigt. Der neue Desktop-Prozessor mit „Zen 5“-Architektur, 8 Kernen und 3D V‑Cache soll am 28. Januar 2026 erscheinen und Taktfrequenzen von bis zu 5,60 GHz erreichen.
Der Chip zielt klar auf das obere Leistungssegment und soll AMDs Position im High‑End‑Bereich gegenüber Wettbewerbern wie Intel stärken. Für Anleger ist diese Produktebene relevant, weil sie zeigt, dass AMD nicht nur vom aktuellen KI‑Hype lebt, sondern auch im klassischen High‑Performance‑Computing sein Portfolio aktualisiert.
Parallel dazu treibt das Unternehmen seine Software‑ und KI‑Plattform voran. Am 21. Januar 2026 wurde ROCm 7.2.0 veröffentlicht. Das Update unterstützt neue RDNA4‑GPUs und optimiert Workflows für sehr große KI‑Modelle wie Llama 3.1. Damit adressiert AMD direkt die stark steigende Nachfrage nach leistungsfähiger KI‑Infrastruktur – ein Bereich, in dem Investoren hohe Wachstumschancen verorten.
Auch auf Governance‑Ebene gab es Bewegung: AMD hat in dieser Woche KC McClure in den Verwaltungsrat berufen. Der Schritt signalisiert den Anspruch, die Unternehmensführung weiter zu stärken, während das Geschäft skaliert und komplexer wird.
Kursentwicklung und Markterwartung
Die Aktie hat zuletzt eine Serie von sieben Gewinntagen in Folge hingelegt und dabei im kurzfristigen Momentum sogar Nvidia übertroffen. Heute notiert das Papier bei 252,80 US‑Dollar und damit auf einem neuen 52‑Wochen‑Hoch, was die starke Rally der vergangenen Monate unterstreicht.
Wichtigste Ankerpunkte für die Bewertung sind nun die anstehenden Zahlen. Der Markt rechnet für das vierte Quartal 2025 mit einem Gewinn je Aktie von etwa 1,31 bis 1,32 US‑Dollar bei Erlösen von 9,6 bis 9,7 Milliarden US‑Dollar. Insbesondere das Server- und KI‑Geschäft steht im Fokus, da hier der jüngste Optimismus und die angehobenen Schätzungen herkommen. Am 3. Februar 2026 wird AMD liefern müssen, ob diese Erwartungen gerechtfertigt sind – der Bericht dürfte maßgeblich bestimmen, ob die Rally im ersten Quartal 2026 weitergeht oder eine Verschnaufpause einlegt.
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