Gestern feierten Anleger noch ein neues Rekordhoch. Heute dreht die Stimmung abrupt. Ein breiter Abverkauf erfasst den Halbleitersektor und reißt auch AMD tief ins Minus. Unternehmensspezifische schlechte Nachrichten fehlen völlig.
Das Papier verliert aktuell fast sechs Prozent und fällt auf 454,30 Euro. Der Druck kommt vom Gesamtmarkt. Der iShares PHLX Semiconductor ETF gab vorbörslich um mehr als fünf Prozent nach. Konkurrenten wie Intel oder Micron Technology verbuchen teils noch deutlichere Verluste.
Die Korrektur gleicht einem Reset der Positionen. Erst gestern markierte die Aktie bei knapp 492 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn steht immer noch ein massives Plus von 138 Prozent auf der Anzeigetafel. Der Kurs notiert fast doppelt so hoch wie sein 200-Tage-Durchschnitt.
Hohe Erwartungen treffen auf Realität
Operativ läuft es bei den Amerikanern rund. Im ersten Quartal stieg der Umsatz auf gut zehn Milliarden US-Dollar. Das lukrative Rechenzentrums-Geschäft wuchs sogar um 57 Prozent. Für das laufende zweite Quartal peilt das Management rund 11,2 Milliarden US-Dollar an.
Diese Zahlen untermauern die KI-Fantasie. Sie legen die Messlatte für künftiges Wachstum aber extrem hoch. Investoren fragen sich zunehmend, ob das Tempo im GPU-Segment die enormen Bewertungen rechtfertigt. Die Folge: Anleger nehmen nach der rasanten Rallye erste Gewinne mit.
Der Blick richtet sich auf den Juli
Technisch gesehen ist der Wert aktuell weder überkauft noch überverkauft. Der RSI-Indikator liegt im neutralen Bereich. Frische Impulse aus dem Unternehmen gibt es derzeit nicht. Die letzte offizielle Meldung stammt von Anfang Juni und betraf Investitionen in Großbritannien.
Das nächste entscheidende Datum steht bereits fest. Am 22. und 23. Juli lädt der Konzern zum Event „Advancing AI“ nach San Francisco. Dort erwartet der Markt konkrete Updates zu neuen Beschleuniger-Chips und zur Kundennachfrage. Bis dahin dürfte die hohe Volatilität den Handel weiter dominieren.
