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AMD Aktie: 10-Prozent-Sturz nach Broadcom-Warnung

AMD investiert zwei Milliarden Pfund in KI-Forschung in Großbritannien, während die Aktie durch einen sektoralen Selloff belastet wird.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Milliardenschwere Partnerschaft mit Imperial College London
  • Kursverlust von zehn Prozent durch Broadcom-Effekt
  • Analysten heben Kursziele trotz Turbulenzen an
  • Quartalszahlen am 4. August mit hohen Erwartungen

AMD hat gerade eine milliardenschwere Wette auf Großbritannien abgeschlossen — und gleichzeitig einen der härtesten Kursrückschläge des Jahres kassiert. Beides hat wenig miteinander zu tun. Genau das macht die aktuelle Lage interessant.

Imperial College und zwei Milliarden Pfund

Am 8. Juni 2026 kündigte AMD eine strategische Kooperation mit dem Imperial College London an. Ziel ist die Förderung von KI-gestützter Wissenschaft, souveräner KI-Infrastruktur und Hochleistungsrechnen in Großbritannien. Die Forschungsfelder reichen von Klimamodellierung über Genomik bis hin zu Neurowissenschaften.

Technisch setzt die Partnerschaft auf AMDs offene ROCm-Software. Sie soll rechenintensive Simulationen und Datenverarbeitung effizienter machen. Der britische Wissenschaftsminister Lord Vallance begrüßte die Zusammenarbeit ausdrücklich.

Die Kooperation ist Teil eines größeren Plans. AMD will innerhalb von fünf Jahren bis zu zwei Milliarden Pfund in Großbritannien investieren. Parallel unterstützt AMD gemeinsam mit Dell Technologies den Zenith-KI-Supercomputer der Universität Cambridge. Ferner arbeitet AMD mit Oriole Networks an einem Projekt für die britische Forschungsagentur ARIA — dabei kombiniert Orioles photonisches Netzwerk mit AMDs Instinct-GPUs und EPYC-Prozessoren.

Broadcom zieht den Sektor nach unten

Trotz dieser Impulse verlor die AMD-Aktie am 9. Juni rund zehn Prozent. Der Auslöser lag nicht bei AMD selbst. Broadcom hatte kurz zuvor Quartalszahlen vorgelegt, die zwar die Erwartungen übertrafen — aber die KI-Chip-Umsatzprognose für das dritte Quartal mit 16 Milliarden Dollar blieb unter den erwarteten 17,2 Milliarden Dollar. Broadcom erhöhte außerdem seine Jahresprognose für KI-Halbleiter nicht. Die Reaktion: Broadcom-Aktien fielen am 4. Juni um 14 Prozent. Der gesamte Chipsektor folgte.

AMD traf das als Kollateralschaden. Der Kurs steht aktuell bei 410,30 Euro — rund 13 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 471 Euro, das erst am 3. Juni markiert wurde. Auf Jahressicht beträgt das Plus dennoch 115 Prozent.

Analysten erhöhen Kursziele trotz Turbulenz

Wall Street bleibt konstruktiv. Barclays hob sein Kursziel auf 665 Dollar an, TD Cowen auf 600 Dollar, Mizuho auf 615 Dollar. Bank of America erhöhte das Ziel auf 500 Dollar — mit Verweis auf einen KI-Rechenzentrumsmarkt, der bis 2030 auf 1,7 Billionen Dollar anwachsen soll. Analyst Andres Veurink stufte AMD auf „Strong Buy“ hoch und begründete das mit AMDs Stärken bei Speicherkapazität und Energieeffizienz im KI-Inferenzmarkt.

Hinzu kommt: AMD hat im ersten Quartal 2026 Marktanteile bei Server-CPUs gewonnen.

Quartalszahlen am 4. August

Für das zweite Quartal erwartet AMD einen Umsatz von rund 11,2 Milliarden Dollar. Am 4. August legt das Unternehmen seinen Quartalsbericht vor. Analysten rechnen mit einem Gewinn von 1,55 Dollar je Aktie — nach 48 Cent im Vorjahreszeitraum — bei einem Umsatz von 11,28 Milliarden Dollar gegenüber 7,68 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor.

Die britische Expansionsstrategie zahlt dabei auf ein größeres Narrativ ein. AMD positioniert sich als offene Alternative zu Nvidias proprietärem Ökosystem — gerade in einem Moment, in dem Regierungen und Hyperscaler aktiv nach Lieferkettendiversifizierung suchen. Ob das den Kursrücksetzer bis August aufholt, hängt maßgeblich davon ab, wie überzeugend die Quartalszahlen ausfallen.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.