AWS wächst so schnell wie seit fast vier Jahren nicht mehr. Das allein hätte gereicht, um Anleger zu begeistern— doch Amazon lieferte im ersten Quartal 2026 gleich auf mehreren Fronten.
Der Konzern erzielte einen Umsatz von 181,5 Milliarden Dollar, ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Noch beeindruckender: Der Gewinn je Aktie kletterte auf 2,78 Dollar— Analysten hatten im Schnitt mit 1,64 Dollar gerechnet. Die Aktie schloss am Freitag auf einem Allzeithoch von 225,95 Euro, rund 24 Prozent über dem Stand vor einem Monat.
AWS als Wachstumsmotor
Der Cloud-Arm AWS wuchs im Quartal um 28 Prozent auf 37,6 Milliarden Dollar— das stärkste Tempo seit 15 Quartalen. Trotz massiver Investitionen in KI-Infrastruktur erreichte die Sparte Rekordmargen. CEO Andy Jassy betonte, dass Kunden bereits substanzielle Verpflichtungen für das geplante Kapitalausgabenbudget von 200 Milliarden Dollar in diesem Jahr eingegangen sind, das überwiegend in KI-Infrastruktur fließt.
Neben AWS legte auch das Werbegeschäft stark zu: Die Erlöse sprangen um 24 Prozent auf 17,24 Milliarden Dollar. Das nordamerikanische Einzelhandelsgeschäft verbesserte seine Margen ebenfalls spürbar.
Satelliten, KI-Tools und Rechenzentren
Amazon treibt seine strategische Expansion parallel voran. Für rund 11,6 Milliarden Dollar übernimmt der Konzern Globalstar, um das eigene Satellitennetzwerk Project Kuiper auszubauen und im Markt für Satelliten-Internet konkurrenzfähig zu werden. Der Deal wurde Mitte April angekündigt.
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Hinzu kommen neue KI-Agenten-Tools für Unternehmenskunden— etwa für automatisiertes Recruiting und Supply-Chain-Management— sowie angekündigte Investitionen von 25 Milliarden Dollar in Rechenzentren im US-Bundesstaat Mississippi, die rund 2.000 Vollzeitstellen schaffen sollen.
Analysten erhöhen Kursziele
Die starken Zahlen lösten eine Welle von Kurszielhebungen aus. Robert W. Baird erhöhte sein Ziel auf 300 Dollar und bekräftigte die Einstufung „Outperform“. KeyCorp zog das Ziel auf 330 Dollar hoch, Telsey Advisory Group auf 315 Dollar— beide mit positiven Ratings.
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt aktuell bei rund 32. Angesichts des Wachstumstempos bei Cloud und Werbung sowie der frühen Positionierung im KI-Infrastrukturmarkt halten viele Marktbeobachter diese Bewertung für vertretbar. Ob AWS das 28-Prozent-Wachstum im zweiten Quartal verteidigen kann, wird die nächste Bewährungsprobe für diese Einschätzung sein.
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