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Symbolbild, KI-generiert

Amazon Aktie: Zukunftsweisende Trends erkannt

Ein thermisches Ereignis in Amazons Rechenzentrum US-EAST-1 unterbricht Handelsplattformen und offenbart Infrastrukturrisiken.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Hitzeproblem in AWS-Rechenzentrum
  • Coinbase und CME betroffen
  • Stromausfall in Availability Zone
  • Amazon Supply Chain Services gestartet

Ein Hitzeproblem in einem Rechenzentrum in Northern Virginia hat am 8. Mai 2026 stundenlang Teile des globalen Internets lahmgelegt. Betroffen: Coinbase, CME Group und FanDuel — allesamt Kunden der AWS-Region US-EAST-1, die schon mehrfach als Schwachstelle aufgefallen ist.

Thermisches Ereignis legt Availability Zone lahm

In der Verfügbarkeitszone use1-az4 löste ein thermisches Ereignis einen Stromausfall aus. EC2-Instanzen und EBS-Speichervolumen auf betroffener Hardware fielen aus. AWS leitete den Datenverkehr für die meisten Dienste um und warnte vor längeren Bereitstellungszeiten.

Die Wiederherstellung verlief schleppend. Erst als zusätzliche Kühlkapazitäten online gingen, konnte AWS nach eigenen Angaben erste Server-Racks schrittweise zurückbringen. Coinbase meldete Ausfälle zentraler Handelsfunktionen über mehr als fünf Stunden.

US-EAST-1: Bekanntes Problemkind

Die Region US-EAST-1 ist Amazons meistgenutzte — und störungsanfälligste. Bereits 2021 und im Oktober 2025 verursachte sie großflächige Ausfälle. Was sie besonders kritisch macht: Globale AWS-Dienste wie IAM-Authentifizierung, CloudFront und Route 53 hängen an US-EAST-1-Endpunkten — auch wenn die eigentlichen Ressourcen in anderen Regionen laufen.

Der Ausfall beschränkte sich technisch auf eine einzelne Zone. Das reichte trotzdem, um Handelsplattformen und Kundenzugangssysteme gleichzeitig zu treffen.

Starke Zahlen, hohe Erwartungen

Der Vorfall trifft Amazon in einer Phase operativer Stärke. Im ersten Quartal 2026 wuchs AWS-Umsatz um 28 Prozent auf 37,6 Milliarden Dollar — das schnellste Wachstum seit fast vier Jahren. Der Gesamtkonzern übertraf die Erwartungen deutlich: Gewinn je Aktie von 2,78 Dollar bei einem Konsens von 1,64 Dollar.

Die Aktie notiert mit rund 232 Euro nur knapp unter ihrem Rekordhoch von 234 Euro und hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 36 Prozent zugelegt. Der Markt preist weiteres Wachstum ein — Amazons Prognose für das zweite Quartal liegt mit 194 bis 199 Milliarden Dollar über den Analystenerwartungen.

Logistik als zweites Standbein

Parallel zum Cloud-Geschäft baut Amazon sein Logistiknetz für externe Kunden aus. Mit dem neuen Dienst Amazon Supply Chain Services öffnet der Konzern sein Frachtnetz — über 100 Flugzeuge, 80.000 Trailer, 24.000 Frachtcontainer — für Unternehmen aus Gesundheit, Automotive, Fertigung und Handel. Erste Kunden sind Procter & Gamble, 3M und American Eagle Outfitters.

Das Wachstumspotenzial ist real. Analysten sehen die operative Marge mittelfristig auf dem Weg von aktuell rund 12 Prozent in Richtung 20 Prozent — getragen von AWS, Werbung und dem wachsenden Logistikgeschäft. Der Ausfall vom 8. Mai zeigt allerdings, wie viel Infrastrukturrisiko in diesem Wachstumsmodell steckt.

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