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Amazon Aktie: Zahlen-Showdown am Dienstag

Amazons Quartalsbericht steht unter hohen Erwartungen, da das Wachstum des Cloud-Geschäfts AWS die Bewertung der Aktie bestimmt. Zusätzlich belasten Importzölle, Arbeitskampf und hohe Investitionen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • AWS-Wachstumsrate als zentrale Kennzahl
  • Druck durch neue US-Importzölle
  • Anerkennung einer Gewerkschaft gefordert
  • Hohe Investitionsausgaben belasten Cashflow

Am Dienstag, dem 29. April, legt Amazon seine Quartalsergebnisse vor — und selten war ein Earnings-Termin mit so viel Erwartungsdruck beladen. Die Aktie notiert nur knapp unter dem Allzeithoch, die Bewertung setzt einen starken Bericht voraus. Was passiert, wenn AWS enttäuscht?

AWS: Die Zahl, die alles entscheidet

Der Markt schaut auf eine einzige Kennzahl: die Wachstumsrate von AWS. Im ersten Quartal 2025 erzielte der Cloud-Arm 29,3 Milliarden Dollar Umsatz. Hält das Wachstum bei 20 Prozent oder darüber, gilt die milliardenschwere Investitionsthese als bestätigt. Rutscht die Rate darunter, dürfte die gesamte Bewertungslogik zur Debatte stehen.

Das Fundament ist stark. AWS erwirtschaftete 2025 einen Jahresumsatz von 128,7 Milliarden Dollar bei einer operativen Marge von 35,4 Prozent. Der kontraktierte Auftragsbestand lag zum Jahresende bei 244 Milliarden Dollar — ein Polster, das kurzfristige Schwankungen abfedert.

Drei Gegenwindfaktoren im Blick

Neben dem AWS-Wachstum rücken drei Belastungsfaktoren in den Fokus.

US-Importzölle auf chinesische Waren setzen das Marktplatzgeschäft unter Druck. Amazon verhandelt bereits mit Drittanbietern über Preisanpassungen, nachdem die bisherige Zollfreigrenze für Kleinsendungen weggefallen ist. Das treibt die Plattformkosten hoch.

Hinzu kommt eine Entscheidung der US-Arbeitsbehörde NLRB: Amazon muss die Gewerkschaft ALU-IBT Local 1 in seinem Lager auf Staten Island formal anerkennen. Die Behörde wertete die frühere Verweigerung von Tarifverhandlungen als rechtswidrig — eine Eskalation im Arbeitskampf.

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Der dritte Faktor ist struktureller Natur. Amazon plant in diesem Jahr Investitionsausgaben von rund 200 Milliarden Dollar. Diese Ausgaben fließen über Abschreibungen in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung — mit steigender Wirkung in den kommenden Quartalen. Der freie Cashflow bleibt damit unter Druck.

Wall Street bleibt konstruktiv

Wells Fargo hob das Kursziel auf 305 Dollar und bekräftigte die Übergewichtung, mit Verweis auf AWS-Beschleunigung und eine positive Wende bei den Free-Cashflow-Revisionen. Morgan Stanley ordnet Amazon in seiner Präferenzliste hinter Meta, aber vor Alphabet ein.

Für 2026 erwarten Analysten einen Konzernumsatz von rund 808 Milliarden Dollar, für 2027 rund 902 Milliarden — ein jährliches Wachstum von gut zwölf Prozent über zwei Jahre.

Aktie nahe Allzeithoch

Die Aktie schloss zuletzt bei 212,75 Euro, rund 3,5 Prozent unter dem Allzeithoch vom November 2025. Auf Jahressicht steht ein Plus von 40 Prozent zu Buche. Der RSI von 60 signalisiert keine Überhitzung, doch die Luft nach oben ist dünn.

Amazon selbst hat für Q1 einen Nettoumsatz zwischen 173,5 und 178,5 Milliarden Dollar sowie ein operatives Ergebnis von 16,5 bis 21,5 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Ob das Management diese Spanne trifft und gleichzeitig die Capex-Strategie überzeugend verteidigt, entscheidet über die Richtung der Aktie in den nächsten Monaten.

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Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

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Dr. Sasse spezialisiert sich auf die verständliche Aufbereitung komplexer ökonomischer Zusammenhänge und die praktische Anwendung von Investmentstrategien für die Altersvorsorge. Sein Ansatz kombiniert theoretisches Wissen mit klarem Praxisbezug, um Lesern Orientierung in einem dynamischen Marktumfeld zu bieten.

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