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Amazon Aktie: Windstrom und Chip-Ambitionen

Amazon sichert sich größten deutschen Ökostromvertrag und erwägt externen Verkauf seiner Trainium-KI-Chips.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Größter deutscher Ökostromvertrag unterzeichnet
  • Trainium-Chips sollen extern vermarktet werden
  • Amazon-Aktie steigt um knapp 3 Prozent
  • Marvell Technology profitiert als Chip-Partner

Amazon hat am Freitag gleich auf zwei Feldern Zeichen gesetzt — und keines davon ist Handel oder Logistik.

Deutschlands größter Ökostromvertrag

Mit einem 600-Megawatt-Stromabnahmevertrag für den Gennaker-Windpark in der deutschen Ostsee hat Amazon den bisher größten Power-Purchase-Agreement in Deutschland abgeschlossen. Der Vertrag mit Skyborn Renewables sichert rund 61 Prozent der Gesamtkapazität des Windparks, der mit bis zu 976,5 Megawatt zum größten Offshore-Windpark der deutschen Ostsee werden soll.

Amazons Zusage gibt Skyborn die finanzielle Grundlage, um den Bau voranzutreiben. Der Baustart ist nach Finanzierungsschluss für Sommer 2026 geplant, die Inbetriebnahme für Ende 2028. Investitionsvolumen für das Gesamtprojekt: 3 Milliarden Euro, konzentriert in Mecklenburg-Vorpommern.

Für Amazon ist der Deal mehr als grünes Marketing. Mit Gennaker wächst das Portfolio für CO2-freie Energie in Deutschland auf 12 Projekte mit insgesamt über 1,3 Gigawatt. Das Unternehmen gilt bereits als Europas größter gewerblicher Einkäufer von CO2-freiem Strom — eine Position, die auch mit dem wachsenden Energiehunger der eigenen Rechenzentren zusammenhängt.

Trainium als externes Geschäft

Währenddessen sorgt eine andere Meldung für Fantasie bei Investoren. Amazon prüft, seine Trainium-KI-Chips nicht mehr nur intern bei AWS einzusetzen, sondern externen Kunden in Form ganzer Server-Racks zu verkaufen. CEO Andy Jassy hatte in seinem Aktionärsbrief im April bereits angedeutet, dass das Chip-Geschäft bei externem Verkauf einen jährlichen Umsatz von rund 50 Milliarden Dollar erreichen könnte.

Diese Perspektive ließ die Amazon-Aktie am Donnerstag um knapp 3 Prozent auf 244,37 Dollar steigen. Das stärkste Signal sandte jedoch Marvell Technology — als zentraler Chip-Fertigungspartner für Trainium legte die Aktie um über 7 Prozent zu, bei einem Handelsvolumen von mehr als dem Fünffachen des Durchschnitts.

Bemerkenswert: Nvidia gab nicht nach, sondern legte parallel ebenfalls zu. Der Markt interpretiert Amazons Schritt offenbar nicht als Konkurrenzangriff, sondern als weiteren Beleg für die insgesamt steigende Nachfrage nach KI-Infrastruktur.

Konkretere Zahlen zum Trainium-Außengeschäft dürften folgen, wenn Marvell im August seine Quartalsergebnisse vorlegt — und Amazon-Investoren werden genau auf die Aussagen zu Lieferverträgen und Design-Wins achten.

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