Amazon gerät zwischen die Fronten: Das Pentagon stuft den wichtigsten KI-Partner des Tech-Riesen als Sicherheitsrisiko ein – gleichzeitig startet AWS eine Offensive im 5-Billionen-Dollar-Gesundheitsmarkt. Zwei Entwicklungen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, aber beide zeigen, wie stark Amazon auf künstliche Intelligenz setzt.
Anthropic im Visier des Pentagon
Das US-Verteidigungsministerium hat Anthropic offiziell als Risiko für die Lieferkette eingestuft. Der Grund: Das KI-Unternehmen verweigerte dem Pentagon uneingeschränkten Zugang zu seiner Technologie für Anwendungen wie Massenüberwachung und vollautonome Waffensysteme. Anthropic argumentierte, seine KI könne solche Einsätze nicht sicher unterstützen.
Für Amazon ist das brisant. Der Konzern hat seit 2023 rund 8 Milliarden Dollar in Anthropic investiert und ist damit einer der größten Geldgeber des Startups. Die Partnerschaft geht weit über eine Finanzbeteiligung hinaus: Anthropic trainiert seine KI-Modelle auf AWS-Infrastruktur und plant im Rahmen des „Project Rainier“ den Einsatz von 500.000 Trainium-2-Chips – ein Vorhaben mit einem Volumen von 11 Milliarden Dollar.
AWS reagierte umgehend und stellte klar: Claude-Modelle bleiben für alle zivilen Kunden und Geschäftskunden über die Bedrock-Plattform verfügbar. Nur für Projekte des Verteidigungsministeriums werden Kunden bei der Migration auf alternative Lösungen unterstützt. Angesichts des AWS-Marktanteils von rund einem Drittel der weltweiten Cloud-Ausgaben betrifft die Entscheidung Tausende Unternehmenskunden.
Neue KI-Plattform für Gesundheitssektor
Parallel zum Anthropic-Konflikt hat AWS mit Amazon Connect Health eine speziell für Gesundheitsorganisationen entwickelte KI-Plattform gelauncht. Das System soll administrative Aufgaben automatisieren – von Patientenverifizierung über Terminplanung bis hin zu medizinischer Dokumentation und Kodierung.
Das Preismodell: 99 Dollar monatlich pro Nutzer für bis zu 600 Patientenkontakte. Zum Vergleich: Hausärzte verzeichnen laut AWS durchschnittlich bis zu 300 Kontakte pro Monat. Die Plattform ist HIPAA-konform und lässt sich an elektronische Patientenaktensysteme anbinden.
UC San Diego Health, das jährlich 3,2 Millionen Patienteninteraktionen abwickelt, nutzt die Lösung bereits. Die Klinik spart nach eigenen Angaben eine Minute pro Anruf, verlagert wöchentlich 630 Arbeitsstunden von Verifizierungsaufgaben zu direkter Patientenbetreuung und senkte die Abbruchrate bei Anrufen um 30 Prozent – in einigen Abteilungen sogar um 60 Prozent.
Fundamentaldaten unter Druck
Die Aktie hatte im Februar einen schweren Monat hinter sich und verlor rund 12 Prozent. Zuletzt notierte der Titel bei etwa 212 Dollar. Die operative Entwicklung war zuletzt solide: Im Gesamtjahr 2025 stiegen die Nettoumsätze um 12 Prozent, die operative Marge verbesserte sich auf 10,9 Prozent, der Gewinn je Aktie legte um 30 Prozent zu.
Allerdings belastet der massive Kapitalausbau: Der freie Cashflow sank von 47,74 Milliarden Dollar im dritten Quartal 2024 auf nur noch 11,19 Milliarden Dollar im Schlussquartal 2025. Amazon investiert massiv in Rechenzentren und KI-Infrastruktur – allein in Spanien fließen 33,7 Milliarden Euro in den Ausbau. Diese Strategie zielt auf die stark wachsende Nachfrage nach Cloud- und KI-Diensten, drückt aber kurzfristig auf die Margen.
Die nächsten Quartalszahlen für das erste Quartal 2026 werden Ende April erwartet. Dann zeigt sich, ob die Investitionen in KI und Healthcare tatsächlich neue Wachstumsfelder erschließen – oder ob der Wettbewerb mit Microsoft Azure und Google Cloud weiter zunimmt.
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