Amazon greift nach den Sternen und schnappt Elon Musk ein wichtiges Puzzleteil vor der Nase weg. Der Tech-Gigant kauft den Satellitenbetreiber Globalstar für knapp 11,6 Milliarden US-Dollar. Dieser strategische Vorstoß ins All treibt den Aktienkurs kräftig an.
Der Griff nach dem Satelliten-Netzwerk
Aktionäre von Globalstar haben die Wahl. Sie erhalten entweder 90 Dollar in bar oder Amazon-Aktien im gleichen Wert. Das entspricht einem satten Aufschlag von 117 Prozent auf den Oktober-Kurs. Die Übernahme soll 2027 über die Bühne gehen.
Amazon übernimmt die bestehende Infrastruktur und wichtige globale Funklizenzen. Damit baut der Konzern ein eigenes Satelliten-Netzwerk für Smartphones auf. Der Startschuss für dieses System fällt voraussichtlich 2028. Ein frischer Vertrag mit Apple über Satellitenverbindungen für iPhones flankiert den Deal.
Rekordjagd und Cloud-Fantasie
Die Börse feiert den Vorstoß. Am Freitag schloss das Papier bei 211,05 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von rund 15 Prozent auf der Anzeigetafel. Damit notiert der Titel deutlich über der 50-Tage-Linie von 184 Euro.
Parallel dazu stärkt Amazon sein Kerngeschäft. Fox Corporation wählt die Tochter AWS als bevorzugten Partner für Künstliche Intelligenz. Der Medienkonzern nutzt die Technologie für seine Streaming-Plattform. Das befeuert die Wachstumsfantasie der Investoren zusätzlich.
Analysten jubeln, Investitionen belasten
Wall Street reagiert prompt auf die Nachrichtenflut. Wells Fargo kürt Amazon zum Favoriten im Internetsektor und hebt das Kursziel auf 305 Dollar an. Die Experten loben das beschleunigte Cloud-Wachstum. Cantor Fitzgerald zieht nach und sieht die Aktie nun bei 260 Dollar.
Ein Wermutstropfen bleibt. Die massiven Investitionen fressen Kapital. Für das laufende Jahr 2026 plant Amazon Ausgaben von rund 200 Milliarden Dollar. Das drückt den freien Cashflow spürbar.
Die anstehenden Quartalszahlen rücken nun in den Fokus. Die operative Gewinnprognose für das erste Quartal fällt mit einer breiten Spanne ungewiss aus. Der entscheidende Faktor wird das AWS-Wachstum sein. Nur ein Umsatzplus von mindestens 20 Prozent in der Cloud-Sparte rechtfertigt die gigantischen Investitionen.
