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Amazon Aktie: Moonraker kostet über 100 Millionen Dollar

Amazon treibt mit dem Milliarden-Projekt Moonraker die KI-Transformation von Alexa voran. Analysten bleiben trotz hoher Kosten optimistisch für die Aktie.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Geheimprojekt Moonraker für KI-Agenten
  • Über 100 Mio. Dollar Chipkosten 2026
  • Analysten bestätigen Kaufempfehlungen
  • FTC-Einigung: Frist für Verbraucher endet

Amazon arbeitet an einem geheimen Projekt namens „Moonraker“. Es soll Alexa von einer simplen Sprachsteuerung in einen autonomen KI-Agenten verwandeln. Interne Planungsdokumente zu diesem Vorhaben sind nun durchgesickert – und sie zeigen auch, wie teuer der Umbau wird.

Die Amazon-Aktie schloss den Freitag bei 214,85 Euro, ein Minus von 0,62 Prozent. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 1,11 Prozent zu Buche, über 30 Tage sogar 4,19 Prozent. Der Titel notiert damit knapp zehn Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 238,05 Euro, aber fast 30 Prozent über dem Jahrestief von Februar.

Vom Sprachassistenten zum Handlungsagenten

„Moonraker“ soll Alexa deutlich mehr zutrauen als bisher. Statt einzelner Befehle soll der Assistent komplexe, mehrstufige Aufgaben aus einer einzigen Anfrage heraus erledigen. Ein Beispiel: gleichzeitig eine Fahrt buchen und einen Kontakt darüber informieren.

Amazon will Alexa damit tiefer ins Alltagsleben der Nutzer einbetten – bis hinein ins Auto. Die Premium-Stufe „Alexa+“ könnte dabei eine zentrale Rolle spielen.

Der Sprung hat allerdings seinen Preis. Allein in diesem Jahr sind für die KI-Chips hinter „Moonraker“ nach internen Angaben bereits über 100 Millionen Dollar angefallen. Innerhalb der Führungsriege wächst offenbar die Sorge um die laufenden Kosten. Manche Manager sollen bereits eine Verkleinerung oder Verzögerung des Projekts vorschlagen, um die Margen zu schützen.

Ein Investitionszyklus mit Ansage

Das Ringen um „Moonraker“ ist nur ein Baustein eines viel größeren Umbaus. Amazon steuert einem massiven Investitionsschub entgegen: Für 2026 rechnen Analysten mit Investitionsausgaben von rund 200 Milliarden Dollar. Im Jahr 2025 lag dieser Wert noch bei 132 Milliarden Dollar. Treiber sind vor allem der Ausbau von AWS und der Aufbau neuer KI-Kapazitäten.

Die Ratingagentur Fitch hat kürzlich einer Reihe unbesicherter Amazon-Anleihen die Note „AA-“ verliehen. Die Begründung: Das operative Profil bleibt stark, das EBITDA dürfte 2026 bei etwa 160 Milliarden Dollar liegen. Fitch warnt allerdings auch, dass die aggressiven KI-Investitionen kurzfristig zu einem negativen freien Cashflow führen können.

Wall Street bleibt optimistisch

Trotz der hohen Kosten für den KI-Umbau überwiegt an der Wall Street der Optimismus. Gleich mehrere Häuser haben ihre Einschätzung zuletzt aktualisiert:

  • Goldman Sachs hebt das Kursziel von 325 auf 335 Dollar an und bestätigt die Einstufung „Buy“.
  • Needham bestätigt „Buy“ bei einem Kursziel von 300 Dollar.
  • TD Cowen bleibt ebenfalls bei „Buy“ und einem Kursziel von 340 Dollar.

Rechtlich zieht derweil eine Frist ins Blickfeld. US-Verbraucher haben nur noch bis Ende Juli Zeit, im Rahmen einer 2,5-Milliarden-Dollar-Einigung mit der FTC Ansprüche geltend zu machen. Betroffen sind Prime-Mitglieder, die nach eigenen Angaben durch irreführende Methoden angemeldet wurden oder ihr Abo nur schwer kündigen konnten. Die mögliche Rückerstattung beträgt bis zu 51 Dollar pro Person.

In Australien geht die Wettbewerbsbehörde ACCC inzwischen juristisch gegen Amazon AU vor. Der Vorwurf: unfaire Vertragsklauseln im Zusammenhang mit der Einführung von Werbung bei Prime Video.

Was der Kurs gerade widerspiegelt

Der 50-Tage-Durchschnitt der Aktie liegt bei 219,02 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt bei 201,09 Euro. Der Kurs bewegt sich also zwischen beiden Marken – ein Zeichen für eine noch unentschiedene mittelfristige Richtung. Der RSI steht bei 52,6 und deutet auf eine neutrale Marktstimmung hin.

Der Markt steht damit vor einer klaren Abwägung. Auf der einen Seite das langfristige KI-Potenzial durch Projekte wie „Moonraker“ und den AWS-Ausbau. Auf der anderen Seite die kurzfristige Belastung durch Rekord-Investitionen und einen möglicherweise negativen Cashflow. Mit einem Plus von 11,14 Prozent seit Jahresbeginn zeigt sich: Bislang fällt diese Abwägung zugunsten der Optimisten aus.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.