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Symbolbild, KI-generiert

Amazon Aktie: Milliarden für die KI-Zukunft

Amazon finanziert mit einer historischen Anleihe von 37 Mrd. USD seinen KI-Ausbau und expandiert mit Robotaxis, während die Aktie unter Druck steht.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Rekordnachfrage für milliardenschwere Unternehmensanleihe
  • 200 Milliarden Dollar Investitionsplan für KI-Infrastruktur
  • Robotaxi-Tochter Zoox weitet Tests auf neue Städte aus
  • Aktienkurs notiert deutlich unter Rekordhoch

Amazon begibt die viertgrößte Unternehmensanleihe in der US-Geschichte – 37 Milliarden Dollar, die fast ausschließlich in KI-Infrastruktur fließen sollen. Gleichzeitig expandiert die Robotaxi-Tochter Zoox in zwei weitere US-Städte. Das Bild, das sich daraus ergibt, ist eindeutig: Amazon investiert auf breiter Front in seine Zukunft – und das zu einem Zeitpunkt, an dem der Aktienkurs spürbar unter Druck steht.

Rekordanleihe trifft auf Rekordnachfrage

Die Anleihe war ursprünglich mit 25 bis 30 Milliarden Dollar geplant. Aufgestockt wurde sie auf 37 Milliarden, weil die Nachfrage der Investoren mit rund 126 Milliarden Dollar die verfügbaren Papiere um ein Vielfaches übertraf. Das Angebot umfasste elf verschiedene Tranchen. Hinzu kommt eine geplante Euro-Emission, die das Gesamtvolumen auf knapp 50 Milliarden Dollar treiben könnte.

Amazon ist damit nicht allein. Alphabet sammelte im Februar rund 32 Milliarden Dollar an den Anleihemärkten ein, Oracle kündigte für 2026 Kapitalaufnahmen von 45 bis 50 Milliarden Dollar an. Hyperscaler finanzieren ihren KI-Ausbau zunehmend über den Kapitalmarkt – und die Nachfrage nach erstklassigen Unternehmensanleihen bleibt stark.

200 Milliarden Dollar Investitionsplan

Hinter der Kapitalaufnahme steckt ein konkreter Plan: Amazon will 2026 rund 200 Milliarden Dollar investieren – in GPU-Cluster, eigene KI-Chips der Marke „Trainium“ sowie den Aufbau des Satellitennetzwerks Project Kuiper. Das ist eine enorme Summe, die sich bereits in den Zahlen niederschlägt. Der freie Cashflow fiel von 47,7 Milliarden Dollar im dritten Quartal 2024 auf zuletzt 11,2 Milliarden Dollar – getrieben von einem Anstieg der Investitionsausgaben um 50,7 Milliarden Dollar im Jahresvergleich.

Das operative Ergebnis im vierten Quartal 2025 stieg dagegen auf 25,0 Milliarden Dollar, nach 21,2 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Das Kerngeschäft wächst also – doch die Investitionen fressen den Cashflow vorerst auf.

Intern gibt es Reibung: Eine Gruppe von Ingenieuren befasste sich zuletzt mit Systemausfällen im Online-Handel, die teilweise auf den Einsatz von KI-Coding-Tools zurückgeführt werden. Interne Berichte sprechen von einem „Trend von Vorfällen“ mit hohem Schadensradius durch KI-gestützte Änderungen.

Zoox testet in Dallas und Phoenix

Neben dem KI-Fokus liefert die Robotaxi-Tochter Zoox operative Neuigkeiten. Das Unternehmen weitet seine Tests auf Dallas und Phoenix aus und bringt die Gesamtzahl der US-Testmärkte auf zehn Städte. Beide Sun-Belt-Metropolen bieten andere Bedingungen als dichte Stadtzentren: weitläufige Straßennetze, extreme Hitze und Staubbelastung – Faktoren, die Sensoren, Batterien und KI-Systeme gezielt fordern sollen.

Gestartet wird mit umgerüsteten Toyota-Highlander-SUVs, bevor Zoox seine charakteristischen kastenförmigen Robotaxis einsetzt. Bis Ende 2025 hatte Zoox bereits über eine Million autonome Meilen zurückgelegt und mehr als 300.000 Fahrgäste befördert. Im Wettbewerb mit Waymo und Tesla will Amazon seinen Rückstand im autonomen Fahren schrittweise aufholen.

Kurs unter dem 200-Tage-Durchschnitt

Die Amazon-Aktie notiert aktuell bei rund 185 Euro und damit rund 16 Prozent unterhalb ihres Rekordhochs vom November 2025. Auch gegenüber dem 200-Tage-Durchschnitt besteht ein Abstand von etwa 4 Prozent. Hauptgrund für die Investorenzurückhaltung ist AWS: Der Cloud-Arm sieht sich verschärftem Wettbewerb durch Google Cloud und Microsoft Azure ausgesetzt.

Dass die Anleihe dennoch auf derart überwältigende Nachfrage stieß, zeigt: Die Kapitalmärkte zweifeln nicht an Amazons Kreditwürdigkeit. Die eigentliche Frage – ob die massiven Investitionen in KI, Satelliten und autonomes Fahren mittelfristig die Margen stützen – wird sich an den Quartalsergebnissen der kommenden Quartale ablesen lassen.

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