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Amazon Aktie: Mehrere Fronten, ein Ziel

Amazon schließt milliardenschwere Anleiheemission ab, sichert sich einen KI-Vertriebsdeal mit der US-Regierung und erhöht die Preise für werbefreies Streaming in den USA.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Euro-Anleiheemission über 14,5 Milliarden Euro
  • AWS wird KI-Vertriebspartner für US-Regierung
  • Preis für werbefreies Prime Video steigt um 67%
  • Analysten sehen erhebliches Ertragspotenzial

Amazon hat in dieser Woche gleich auf mehreren Feldern für Schlagzeilen gesorgt. Die Kombination aus einem milliardenschweren Anleihegeschäft, einer Streaming-Preiserhöhung und einer neuen Rolle als KI-Vertriebspartner für die US-Regierung zeigt: Der Konzern treibt seine Wachstumsstrategie mit Nachdruck voran.

Anleihen, AWS und KI-Regierungsgeschäft

Den Auftakt machte Montag der Abschluss einer Euro-Anleiheemission über 14,47 Milliarden Euro – aufgeteilt auf acht Tranchen mit Laufzeiten zwischen 2028 und 2064. Die Zinsen reichen von 2,800 Prozent bei den kürzeren Papieren bis zu 4,850 Prozent bei der längsten Tranche. Das Kapital fließt in Amazons ohnehin gut ausgebaute Bilanz: Trotz einer Gesamtverschuldung von rund 178,5 Milliarden Dollar gilt das Verhältnis aus Schulden und Eigenkapital mit 0,43 als moderat.

Quasi zeitgleich wurde bekannt, dass AWS einen Vertrag mit OpenAI abgeschlossen hat, um KI-Produkte des ChatGPT-Entwicklers an US-Regierungsbehörden zu vertreiben – sowohl für klassifizierte als auch für nicht klassifizierte Anwendungen. AWS erschließt OpenAI damit den Zugang zu einer breiten Behördenkundenbasis, die bereits auf die Cloud-Infrastruktur des Konzerns setzt. Für Amazon ist das zunächst ein strategisches Plus: Die eigene Plattform wird zum zentralen Vertriebskanal für KI im staatlichen Bereich.

Prime Video Ultra: 67 Prozent teurer

Ab dem 10. April führt Amazon in den USA das neue Angebot Prime Video Ultra ein. Wer weiterhin werbefrei streamen möchte, zahlt dann 4,99 Dollar monatlich statt bisher 2,99 Dollar – ein Aufschlag von 67 Prozent. Der neue Tarif bringt zusätzlich 4K/UHD-Inhalte mit Dolby Atmos, fünf parallele Streams und bis zu 100 Downloads; Standardkunden bleiben auf HD beschränkt.

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Analysten der BofA Securities sehen darin erhebliches Ertragspotenzial. Ihre Schätzung: Rund 20 Prozent der Prime-Video-Nutzer könnten auf Ultra wechseln, was jährlich bis zu 780 Millionen Dollar zusätzliche Erlöse einbringen würde. Das Abonnementwachstum könnte damit um etwa einen Prozentpunkt zulegen – auf einer Basis von bereits rund 52 Milliarden Dollar jährlichem Abo-Umsatz. Die BofA bekräftigte ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 275 Dollar.

In Deutschland gibt es unterdessen rechtlichen Gegenwind: Mehr als 200.000 Verbraucher haben sich einer Sammelklage wegen der bereits eingeführten Werbung bei Prime Video angeschlossen. Deutsche Gerichte haben grundsätzlich geurteilt, dass solche Vertragsänderungen der ausdrücklichen Zustimmung der Nutzer bedürfen – ein juristisches Spannungsfeld, das Amazon im europäischen Markt noch beschäftigen dürfte.

Die Aktie reagierte bislang verhalten. Am Montag schloss sie mit einem Plus von knapp 2 Prozent bei 211,74 Dollar, gab im vorbörslichen Handel heute leicht nach.

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