Während Analysten die langfristigen Cloud-Aussichten von Amazon in den höchsten Tönen loben, braut sich im Kerngeschäft ein handfestes Logistik-Problem zusammen. Der überraschende Abbruch der Vertragsverhandlungen mit dem US-Postdienstleister USPS zwingt den E-Commerce-Riesen zu einer strategischen Neuausrichtung auf der letzten Meile. Um die entstehende Lücke zu schließen, greift der Konzern nun tief in die Tasche und setzt auf ungewöhnliche Zukäufe.
Milliarden-Deals befeuern Cloud-Fantasie
Die Investmentbanken Barclays und TD Cowen bestätigten am Montag ihre Kaufempfehlungen mit einem ambitionierten Kursziel von 300 US-Dollar. Treiber dieser Zuversicht ist vor allem das Cloud-Geschäft AWS. Barclays verweist auf ein milliardenschweres Abkommen mit OpenAI, das über die nächsten sieben bis acht Jahre AWS-Ausgaben in Höhe von 138 Milliarden US-Dollar nach sich ziehen soll. Parallel dazu wachsen die wiederkehrenden Umsätze des KI-Partners Anthropic durch neue Produkte rasant.
Auch das Werbegeschäft entwickelt sich laut TD Cowen zu einem margenstarken Wachstumsmotor. Diese fundamentalen Aussichten stützen den Kurs, der aktuell bei 181,44 Euro notiert und damit ein leichtes Tagesplus von knapp zwei Prozent verzeichnet.
Das Ende einer wichtigen Partnerschaft
Abseits der lukrativen Cloud-Sparte steht das margenschwächere E-Commerce-Geschäft vor einer operativen Herausforderung. Die Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung mit dem U.S. Postal Service (USPS) sind gescheitert. Amazon plante ursprünglich, das Volumen zu erhöhen, der Postdienstleister zog sich im Dezember jedoch überraschend aus den Gesprächen zurück.
Wenn der aktuelle Vertrag am 1. Oktober ausläuft, wird Amazon seine USPS-Sendungen um mindestens zwei Drittel reduzieren. Im vergangenen Jahr stellte die Behörde noch über eine Milliarde Pakete für den Konzern zu. Da auch der Logistikpartner UPS derzeit seine Margen stabilisiert und Lieferungen für Amazon drosselt, muss der Online-Händler schnell alternative und kostengünstige Zustellwege finden.
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Roboter und Milliarden für das Hinterland
Als Antwort auf den logistischen Engpass forciert Amazon den Ausbau des eigenen Netzwerks. Ein zentraler Baustein ist die Übernahme des Schweizer Robotik-Unternehmens Rivr. Dessen vierbeinige, radgestützte Roboter können Treppen sowie unebenes Gelände überwinden und Geschwindigkeiten von bis zu 15 km/h erreichen. Erste Tests für die Zustellung bis an die Haustür sollen noch im Jahr 2026 anlaufen.
Gleichzeitig investiert das Unternehmen massiv in ländliche Regionen, die traditionell vom USPS bedient wurden. Bis Ende 2026 fließen rund vier Milliarden US-Dollar in die Verdreifachung des ländlichen Liefernetzwerks. Bereits im vergangenen Jahr wickelte Amazon mit 6,7 Milliarden Paketen mehr eigene Lieferungen ab als der USPS insgesamt.
Die Fähigkeit, die wegfallenden USPS-Kapazitäten bis zum Vertragsende im Oktober kosteneffizient zu kompensieren, rückt nun in den Fokus der Investoren. Konkrete Einblicke in die aktuelle Margenentwicklung und die finanziellen Auswirkungen der ländlichen Expansion liefert der nächste Quartalsbericht, der für den 23. April 2026 angesetzt ist.
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