Verizon hat gestern eine Vereinbarung mit Amazon Web Services über mehr als 2 Milliarden $ angekündigt. Das Unternehmen soll leistungsfähige Glasfaserverbindungen für AWS-Rechenzentren bereitstellen und damit die Infrastruktur für künstliche Intelligenz unterstützen. Die Amazon-Aktie steigt heute um 1,0%; ein Zusammenhang mit der Vereinbarung ist damit nicht belegt.
AWS-Kapazitäten weitgehend ausgebucht
Die Vereinbarung trifft auf eine hohe Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Amazon-Chef Andy Jassy erklärte Medienberichten zufolge am Freitag, die Cloud-Kapazitäten von AWS seien bis einschließlich 2027 weitgehend ausverkauft. Bedeutende Zusagen reichten zudem bis in das Folgejahr hinein.
Bei einem anderen Rechenzentrumsprojekt hat Amazon dagegen einen Rückzug grundsätzlich vereinbart: Nach Angaben von Loudoun County vom 20. Oktober soll der Antrag für den früheren Campus der George Washington University zurückgezogen werden. Vorausgegangen war Widerstand aus der Bevölkerung. Statt der geplanten Rechenzentren soll dort überwiegend Wohnraum mit gemischter Nutzung entstehen.
UBS erwartet Spielraum bei AWS-Margen
UBS-Analyst Stephen Ju erhöhte gestern sein Amazon-Kursziel von 318 $ auf 348 $ und behielt die Kaufempfehlung bei. Medienberichten zufolge argumentiert er, dass höhere AWS-Margen den KI-bedingten Kostendruck ausgleichen könnten.
Die Analyse greift zugleich Sorgen von Investoren auf, wonach Amazons Investitionsausgaben 2027 mehr als 300 Milliarden $ erreichen könnten. Befürchtet wird dabei, dass diese Ausgaben den freien Cashflow vollständig aufzehren könnten. Ju stellt diesen Bedenken das mögliche Margenpotenzial des Cloud-Geschäfts gegenüber.
Bereits am 19. Oktober hatte Morgan-Stanley-Analyst Brian Nowak Amazon als bevorzugten Wert hervorgehoben. Er erhöhte das Kursziel von 335 $ auf 350 $ und bestätigte die überdurchschnittliche Gewichtung. Als Begründung nannte er unter anderem das AWS-Wachstum.
Amazon wird am Donnerstag seine Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 veröffentlichen.
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