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Amazon Aktie: AWS wächst um 37 Prozent

Amazon stockt Investitionen in KI-Infrastruktur auf 220 Milliarden Dollar auf. AWS wächst stark und treibt den Konzernumbau voran.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Investitionsziel auf 220 Milliarden erhöht
  • AWS-Wachstum von 37 Prozent
  • Neuer Rechenzentrum-Campus in Louisiana
  • Druckenmiller erhöht Amazon-Anteil massiv

Der Online-Riese Amazon verschärft das Tempo im globalen Wettrüsten um künstliche Intelligenz massiv. Wie aus aktuellen Unternehmensplanungen hervorgeht, wurde das Investitionsziel für das Jahr 2026 auf insgesamt 220 Milliarden Dollar angehoben. Dies entspricht einer Steigerung um 20 Milliarden Dollar gegenüber den bisherigen Planungen.

Hintergrund für die massiven Mehrausgaben sind vor allem gestiegene Kosten für Speicherlösungen und der enorme Bedarf an physischer Infrastruktur für die Cloud-Sparte AWS.

Cloud-Geschäft als Wachstumstreiber mit Rekordwerten

Die Cloud-Tochter AWS (Amazon Web Services) erweist sich dabei zunehmend als das zentrale Fundament des Konzerns. In den vor rund zwei Wochen vorgelegten Zahlen für das zweite Quartal 2026 verzeichnete die Sparte ein Umsatzwachstum von 37 Prozent auf 42,2 Milliarden Dollar – das schnellste Wachstum seit 18 Quartalen. Mit einem operativen Gewinn von 16,6 Milliarden Dollar steuerte AWS rund 60 Prozent zum gesamten Betriebsergebnis des Konzerns bei.

Analysten von TD Cowen prognostizieren, dass sich dieser Trend fortsetzen wird. Für das Gesamtjahr 2026 erwarten sie einen AWS-Umsatz von 165 Milliarden Dollar, was über den bisherigen Markterwartungen liegt. Bis zum Jahr 2027 könnte dieser Wert auf 222 Milliarden Dollar steigen. Besonders die hauseigenen Chips wie Trainium und Graviton gewinnen an Bedeutung und erzielen bereits eine annualisierte Umsatzrate von mehr als 10 Milliarden Dollar.

Massive Expansion der physischen Infrastruktur

Der Wandel von einem ehemals anlagenleichten Geschäftsmodell hin zu massiven physischen Investitionen wird auch an konkreten Bauprojekten deutlich. In Shreveport, Louisiana, investiert Amazon rund 6 Milliarden Dollar in einen neuen Rechenzentrum-Campus. Es ist bereits der dritte Standort dieser Art in dem US-Bundesstaat, womit sich die dortigen Gesamtinvestitionen auf 18 Milliarden Dollar belaufen.

Dieser Ausbau ist Teil einer globalen Strategie, die Kreditwächter wie Moody’s bereits aufmerksam verfolgen. Die Ratingagentur warnte zuletzt, dass die extrem hohen Kapitalausgaben (Capex) die Kreditqualität der großen Tech-Konzerne belasten könnten, da das Verhältnis von Investitionen zum operativen Cashflow mittlerweile bei rund 90 Prozent liege.

Parallel zum Ausbau der Rechenzentren treibt der Konzern sein Satelliten-Netzwerk „Project Kuiper“ voran. Um die regulatorischen Auflagen zu erfüllen, muss Amazon bis Mitte 2026 rund 1.600 Satelliten im Erdorbit positionieren, um einen konkurrenzfähigen Breitband-Internetdienst anbieten zu können. Das Gesamtziel umfasst etwa 3.200 Satelliten.

Institutionelle Investoren und Analysten-Einschätzungen

Die strategische Neuausrichtung überzeugt namhafte Investoren. Im zweiten Quartal 2026 erhöhte der bekannte Investor Stanley Druckenmiller seine Amazon-Position um über 1.000 Prozent. Auch Cathie Woods ARK-Fonds stockte die Beteiligung an dem Unternehmen um 18 Prozent auf insgesamt 1,59 Millionen Aktien auf.

An der Börse zeigte sich das Papier zuletzt stabil; am gestrigen Montag schloss die Aktie bei 224,85 Euro, was einem Tagesplus von 1,5 Prozent entspricht. Damit notiert der Wert aktuell etwa 9,7 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Die Analysten bleiben optimistisch: Goldman Sachs sieht das Kursziel bei 375 Dollar, während Morgan Stanley einen Zielwert von 335 Dollar ausgibt.

JP Morgan siedelt seine Erwartung mit 365 Dollar ebenfalls im bullishen Bereich an. Der Fokus der Marktteilnehmer richtet sich nun auf die operative Marge im kommenden Quartal, für das Amazon einen Betriebsgewinn zwischen 22,5 und 26,5 Milliarden Dollar prognostiziert hat.

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Dr. Robert Sasse

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Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

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