Amazon steht in dieser Woche an zwei völlig unterschiedlichen Fronten im Fokus. Während das Cloud-Geschäft im Nahen Osten durch erneute iranische Angriffe auf Rechenzentren physischen Schaden nimmt, treibt der Konzern seine Ambitionen im Weltall massiv voran. Eine kolportierte Neun-Milliarden-Dollar-Übernahme soll den Rückstand auf Elon Musks Starlink verkürzen.
Gezielte Schläge gegen die Cloud
Am gestrigen Mittwoch wurde die Cloud-Infrastruktur von Amazon in Bahrain durch einen iranischen Angriff beschädigt. Es ist bereits der vierte Vorfall dieser Art im Nahen Osten innerhalb von rund drei Wochen. Die Attacken folgen auf eine Ankündigung Teherans vom 31. März, 18 US-Technologieunternehmen als legitime militärische Ziele einzustufen.
Hintergrund der gezielten Schläge ist die Nutzung der Amazon Web Services (AWS) durch das US-Militär. Die Streitkräfte verwenden die Serverkapazitäten unter anderem für Geheimdienstfunktionen in Verbindung mit dem KI-Modell Claude. Amazon musste betroffene Kunden bereits anweisen, den Datenverkehr umzuleiten und Workloads aus den attackierten Regionen abzuziehen.
Angriff auf SpaceX
Abseits der geopolitischen Spannungen arbeitet das Unternehmen an einer massiven Erweiterung seines Satellitennetzwerks. Laut Insiderberichten befindet sich Amazon in fortgeschrittenen Gesprächen, den Satellitenbetreiber Globalstar für rund neun Milliarden US-Dollar zu übernehmen. Der Zukauf bestehender Bodenstationen und orbitaler Lizenzen würde den Aufbau des hauseigenen Internetdienstes Amazon Leo erheblich beschleunigen.
Aktuell kreisen erst rund 200 Amazon-Satelliten im niedrigen Erdorbit, während Konkurrent SpaceX mit Starlink bereits über 10.000 Einheiten betreibt. Eine Hürde bei den Verhandlungen stellt Apple dar. Der iPhone-Konzern erwarb 2024 einen Anteil von 20 Prozent an Globalstar, was nun komplexe Dreiecksgespräche erfordert.
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Wichtiger Etappensieg bei Airlines
Dass der Bedarf an schnellem Satelliten-Internet wächst, zeigt ein am Dienstag verkündeter Vertrag mit Delta Air Lines. Ab 2028 wird die Fluggesellschaft 500 Maschinen mit der Technologie von Amazon Leo ausrüsten, um Passagieren Hochgeschwindigkeits-WLAN zu bieten. Nach JetBlue ist Delta der zweite große Airline-Kunde für Amazon, während sich Konkurrenten wie United Airlines für Starlink entschieden haben.
An der Börse reagierten Investoren auf die gemischte Nachrichtenlage aus geopolitischen Risiken und strategischen Chancen mit leichter Zurückhaltung. Die Aktie gab heute um 1,12 Prozent auf 179,68 Euro nach.
Die Kombination aus physischen Bedrohungen für die hochprofitable Cloud-Sparte und dem milliardenschweren Kraftakt im Weltraum zwingt Amazon zu massiven Investitionen an zwei Fronten. Der geplante kommerzielle Start des Satelliten-Internets im weiteren Jahresverlauf erfordert nun eine zügige Einigung mit Apple, um die Globalstar-Infrastruktur rechtzeitig in das eigene Netzwerk integrieren zu können.
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