Amazon baut seine Infrastruktur für Künstliche Intelligenz massiv aus. Das kostet Geld. Um diese Investitionen zu stemmen, zapft der Konzern neue Kapitalmärkte an. Parallel dazu baut das Unternehmen seine Finanzdienstleistungen für Firmenkunden radikal um.
Schweizer Franken für neue Rechenzentren
Der Tech-Gigant hat sich frisches Kapital in der Schweiz besorgt. Amazon platzierte Anleihen im Wert von 2,82 Milliarden Schweizer Franken. Die Papiere haben Laufzeiten von bis zu 25 Jahren.
Der Schritt in die Schweiz hat einen klaren Grund. Dort profitiert Amazon von deutlich niedrigeren Zinsen als am US-Markt. Das frische Geld fließt direkt in den Ausbau der KI-Infrastruktur. Für das Jahr 2026 plant der Konzern Rekordinvestitionen von schätzungsweise 200 Milliarden US-Dollar. Bereits im März hatte das Unternehmen Anleihen für 54 Milliarden US-Dollar begeben.
An der Börse kommt die Wachstumsstrategie gut an. Die Amazon-Aktie schloss am Mittwoch bei 230,75 Euro. Damit notiert das Papier nur knapp unter dem jüngsten Jahreshoch. Seit Jahresbeginn steht ein Kursplus von rund 19 Prozent auf der Anzeigetafel.
Angriff im Firmenkundengeschäft
Neben der Kapitalbeschaffung ordnet Amazon sein lukratives B2B-Segment neu. Der Konzern beendet die Kreditkarten-Partnerschaft mit American Express. Neue Partner sind US Bank und Mastercard. Mit den neuen Karten bindet Amazon kleine und mittlere Unternehmen enger an sich.
Firmenkunden erhalten künftig fünf Prozent Cashback auf Einkäufe bei Amazon oder der Tochter Whole Foods. Alternativ können sie eine zinsfreie Ratenzahlung für zwölf Monate wählen. Gerade diese Flexibilität ist für kleinere Betriebe wichtig. Marktbeobachter sehen darin einen klaren Wettbewerbsvorteil. Die Ratenzahlung hilft den Unternehmen bei der Steuerung ihrer Liquidität.
Das Firmenkundengeschäft ist längst ein zentraler Pfeiler des Konzerns. Amazon Business bedient weltweit mehr als acht Millionen Kunden. Diese generieren einen jährlichen Bruttoumsatz von über 35 Milliarden US-Dollar.
Die Strategie ist klar. Amazon sichert sich günstige Kredite im Ausland und kurbelt die Umsätze im Heimatmarkt an. Die enormen KI-Investitionen müssen sich nun auszahlen. Das Management muss beweisen, dass die neuen Rechenzentren das margenstarke Cloud-Geschäft AWS weiter antreiben.
