Ein größerer Zukauf eines institutionellen Investors trifft bei Altria auf ein schwieriger werdendes Umfeld in Europa. Während ein deutscher Regulierungsvorstoß das E-Zigaretten-Geschäft unter Druck setzen könnte, setzen Teile des Marktes weiter auf die hohe Dividende und Rückkäufe. Entscheidend wird nun, ob Altria den Übergang weg von klassischen Zigaretten operativ überzeugend untermauern kann.
Institutioneller Einstieg und politische Risiken
Am 22. Januar wurde bekannt, dass die Universal Beteiligungs und Servicegesellschaft mbH ihre Position in Altria im dritten Quartal um 10,8 % ausgebaut hat. Konkret kaufte der Investor 83.592 zusätzliche Aktien und hält nun 859.223 Anteilsscheine im Wert von rund 56,76 Mio. US-Dollar. Auch wenn der Anteil mit etwa 0,05 % am Gesamtunternehmen klein bleibt, werden solche Aufstockungen häufig als Hinweis gewertet, dass professionelle Investoren der Ertrags- und Dividendenstabilität weiterhin vertrauen.
Gleichzeitig zieht sich der regulatorische Rahmen in Europa potenziell weiter zu. In Deutschland diskutiert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ein Verbot bestimmter charakteristischer Aromen in E-Zigaretten, darunter Menthol. Ein konkreter Zeitplan steht zwar noch nicht fest, doch allein die Aussicht auf strengere Vorgaben in einem wichtigen europäischen Markt erhöht die Unsicherheit rund um die internationalen Wachstumschancen von rauchfreien Nikotinprodukten – nicht nur für Altria, sondern für die gesamte Branche.
Struktureller Druck im Kerngeschäft
Diese regulatorischen Themen treffen auf einen bereits bestehenden strukturellen Gegenwind: Die Zigarettenabsätze in den USA, Altrias Kernmarkt, gehen weiter zurück. Der Rückgang im klassischen Verbrennergeschäft macht deutlich, wie zentral der Wandel hin zu nicht brennbaren Alternativen geworden ist.
Altria versucht, diesen Trend über zwei finanzielle Hebel zu flankieren:
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- Ein laufendes Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von 2,0 Mrd. US-Dollar zur Stützung des Gewinns je Aktie.
- Eine Quartalsdividende von 1,06 US-Dollar je Aktie, was einer jährlichen Rendite von rund 6,9 % entspricht.
Damit setzt der Konzern klar auf Kapitalrückführung als zentrales Argument für einkommensorientierte Anleger – während operativ die Balance zwischen Preissteigerungen im schrumpfenden Zigarettengeschäft und dem Ausbau des Portfolios an rauchfreien Produkten gelingen muss. Analysten bleiben entsprechend verhalten und sehen die Strategie stark davon abhängig, wie gut dieser Spagat in den kommenden Quartalen funktioniert.
Charttechnisch spiegelt sich diese abwartende Haltung in einer Konsolidationsphase wider. Die Aktie schloss gestern bei 60,90 US-Dollar, nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch, und notiert mit einem überhitzten RSI von 82,2 deutlich über den gleitenden Durchschnitten – ein Hinweis darauf, dass der jüngste Anstieg bereits weit gelaufen ist.
Ausblick: Quartalszahlen als Bewährungsprobe
Der nächste konkrete Prüfstein steht bereits fest: Am 29. Januar veröffentlicht Altria die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025. Im Fokus steht dann vor allem, ob sich die Geschwindigkeit des Volumenrückgangs bei Zigaretten abgeschwächt hat und wie dynamisch die oral einzunehmenden Nikotinprodukte wachsen. Für das Gesamtjahr hat das Management eine Spanne für den Gewinn je Aktie von 5,37 bis 5,45 US-Dollar ausgegeben. Ob diese Prognose bestätigt werden kann und welche Signale es zur weiteren Regulierung – insbesondere auch von der US-Behörde FDA – gibt, dürfte maßgeblich bestimmen, ob aus der derzeitigen Seitwärtsphase ein neuer Trend nach oben oder unten wird.
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