Altria steht kurz vor einem wichtigen Test. Am Donnerstag legt der Tabakkonzern seine Quartalszahlen vor – und der Markt schaut genau hin, ob der jüngste Kursaufschwung mehr ist als nur kurzfristige Stärke. Im Zentrum steht ein ungewohnter Spagat: leichte Gewinnzuwächse bei gleichzeitig rückläufigen Umsätzen.
Zwischen Rally und Gegenwind
In den vergangenen Wochen hat die Aktie spürbar zugelegt und notiert nur noch rund 1 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch von 61,76 US‑Dollar. Seit Jahresbeginn ergibt sich ein Plus von gut 6 %, auf Sicht von zwölf Monaten sind es rund 20 %. Der Kurs liegt damit deutlich über den viel beachteten Durchschnitten der vergangenen 50, 100 und 200 Tage – ein Zeichen kräftigen Momentums.
Gleichzeitig mahnt der sehr hohe RSI-Wert von über 80 zur Vorsicht: Technisch gilt die Aktie damit als überkauft. Das passt zu der Ausgangslage vor den Zahlen: Kurzfristig dominiert Optimismus, strukturell bleiben aber Fragezeichen.
Gewinn rauf, Umsatz runter
Am 29. Januar 2026 will Altria Einblick in das jüngste Quartal geben. Analysten erwarten im Schnitt einen Gewinn je Aktie von 1,31 US‑Dollar. Das entspräche einem moderaten Anstieg von rund 1,5 % im Jahresvergleich.
Auf der Umsatzseite sieht es weniger freundlich aus. Die Konsensschätzung liegt bei 5 Milliarden US‑Dollar und damit etwa 2 % unter dem Vorjahreswert. Diese Kombination – mehr Gewinn bei weniger Erlös – ist der Kernkonflikt in der aktuellen Investmentstory.
Der Druck auf die Erlöse ist kein Einzelfall, sondern Teil eines mehrjährigen Abwärtstrends. Rückläufige Stückzahlen im klassischen Tabakgeschäft treffen auf begrenzte Wachstumsbeiträge neuer Produkte. Marktbeobachter sehen darin ein klares Warnsignal: Margenstabilisierung über Preiserhöhungen stößt irgendwann an Grenzen.
Für das Gesamtjahr erwarten Analysten derzeit:
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- Gewinn je Aktie: 5,43 US‑Dollar, ein Plus von gut 6 %
- Umsatz: 20,08 Milliarden US‑Dollar, damit in etwa auf Vorjahresniveau
Damit bestätigt sich das Bild: Ertragskraft soll steigen, während das Umsatzfundament bestenfalls stagniert.
Dividende im Fokus
Besonders sensibel ist in diesem Umfeld die Dividendenfrage. Altria lockt traditionell mit einer hohen Ausschüttung, aktuell entspricht die Dividendenrendite rund 6,8 %. Gleichzeitig liegt die Ausschüttungsquote bei etwa 75 % des Gewinns.
Solange die Gewinne wie prognostiziert leicht steigen, wirkt diese Politik tragfähig, ist aber wenig fehlertolerant. Anhaltende oder sich beschleunigende Umsatzrückgänge würden den Spielraum für weitere Erhöhungen einengen und könnten mittelfristig zu einer Neubewertung der Ausschüttungsstrategie zwingen.
Geteilte Analystensicht
Vor den Zahlen ist das Stimmungsbild entsprechend gemischt. Auf der positiven Seite verweisen optimistische Stimmen auf:
- Positive Gewinnschätzungs-Anpassungen im Vorfeld
- Einen Earnings ESP (Expected Surprise Prediction) von +3,97 %, der statistisch auf eine mögliche Ergebnisüberraschung nach oben hindeutet
- Führungskräftewechsel und ein ausgeweitetes Aktienrückkaufprogramm, die als Signale für einen möglichen strategischen Neustart gewertet werden
Dem steht eine vorsichtige Fraktion gegenüber. Sie betont:
- Den anhaltenden Umsatzrückgang über mehrere Jahre
- Strategische Fehleinschätzungen der Vergangenheit, die Vertrauen gekostet haben
- Ein im Branchenvergleich niedriges KGV von rund 12, das als Ausdruck der Skepsis gegenüber der langfristigen Perspektive verstanden wird
Im Kern dreht sich alles um die Frage, ob Preiserhöhungen und neue Produktkategorien den strukturellen Rückgang im traditionellen Tabakgeschäft ausreichend kompensieren können. Die anstehenden Zahlen werden hierzu einen wichtigen Hinweis liefern, insbesondere über Volumenentwicklung, Preisniveau und Margen.
Fazit: Bericht als Stimmungstest
Die Quartalsvorlage am 29. Januar dürfte zum Stresstest für den jüngsten Kursanstieg werden. Gelingt es Altria, die moderaten Gewinnerwartungen zu übertreffen und gleichzeitig glaubhaft zu machen, dass der Umsatzrückgang begrenzt bleibt, wäre das ein Argument für die aktuelle Bewertung und die hohe Dividende. Fallen Umsatz oder Ausblick hingegen schwächer aus als erwartet, könnte die Kombination aus hoher Ausschüttungsquote, überkauftem Technikbild und strukturellem Gegenwind schnell wieder in den Vordergrund rücken.
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