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Altria Aktie: Rally mit Risiko

Altrias Aktie profitiert von der FDA-Freigabe für Nikotinbeutel, während das traditionelle Zigarettengeschäft weiterhin starke Volumenverluste verzeichnet. Die Quartalszahlen Ende Januar werden die Nachhaltigkeit der Rally prüfen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • FDA erteilt Zulassung für Nikotinbeutel 'on! Plus'
  • Zigarettenabsatz bricht in neun Monaten um 10,6% ein
  • Aktie notiert auf neuem 52-Wochen-Hoch
  • Quartalszahlen Ende Januar als nächster Prüfstein

Altria startet mit Rückenwind ins neue Jahr. Die Aktie hat in den vergangenen Tagen deutlich zugelegt, getrieben von regulatorischen Fortschritten und neuer Zuversicht für das Geschäft mit rauchfreien Produkten. Doch die Basis des Konzerns bröckelt weiter: Das klassische Zigarettengeschäft schrumpft spürbar, während der Wettbewerb bei Alternativen hart ist. Wie stabil ist diese Erholung?

FDA-Segen für Nikotinbeutel

Auslöser der jüngsten Kurserholung war eine wichtige Entscheidung der US-Gesundheitsbehörde FDA. Bereits im Vormonat erhielten sechs Varianten der feuchten Nikotinbeutel „on! Plus“ sogenannte Marketing Granted Orders.

Diese Zulassung gilt als Bestätigung von Altrias Strategie „Moving Beyond Smoking“, also des schrittweisen Umstiegs auf rauchfreie Produkte. Gleichzeitig reduziert der Beschluss regulatorische Unsicherheit: Investitionen in diesen Bereich wirken für Anleger nun weniger riskant, weil die Produkte offiziell im Markt bleiben dürfen.

An der Börse kam das gut an. Die jüngste Performance signalisiert wachsenden Optimismus für das orale Tabak- und Nikotingeschäft, in dem „on!“ seinen Marktanteil weiter ausbauen konnte. Technisch betrachtet notiert die Aktie mit rund 15 % Abstand klar über ihren 50- und 200-Tage-Durchschnitten – ein Zeichen eines etablierten Aufwärtstrends.

Wachstum bei Alternativen, Druck im Kerngeschäft

Hinter dem positiven Kursbild steht jedoch ein zwiespältiger operativer Befund. Altria verdient nach wie vor den Großteil seines Geldes mit klassischen Zigaretten. Genau dort verschärft sich der Gegenwind: In den ersten neun Monaten 2025 sind die Zigarettenvolumen um 10,6 % gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen.

Parallel versucht der Konzern, das künftige Wachstum über rauchfreie Produkte zu sichern. Doch auch dieser Weg ist kein Selbstläufer. Im Markt für Nikotinbeutel trifft „on!“ auf starke Konkurrenz, allen voran ZYN von Philip Morris. Der Wettbewerb um Marktanteile ist intensiv, Preis- und Marketingdruck entsprechend hoch.

Diese Spannbreite spiegelt sich in den Bewertungen der Analysten. Einige sehen in Altrias starker Marktposition und hohen Margen einen klaren Pluspunkt und stufen die Aktie mit „Kaufen“ ein. Andere verweisen auf den strukturellen Rückgang im Zigarettengeschäft und die Risiken der Transformation – und empfehlen eher Halten oder sogar Verkaufen. In Bewertungskennzahlen schlägt sich das in einem sehr guten Profil bei der Profitabilität (A+), aber nur einer D-Note beim Wachstum nieder.

Technisches Bild und Ausblick

Auch aus technischer Sicht ist die Entwicklung beachtlich. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt aktuell bei 82,2 und signalisiert damit überkauftes Terrain – die Rally der vergangenen Wochen war stark. Am Freitag schloss die Aktie bei 61,76 US‑Dollar und markierte damit ein neues 52‑Wochen-Hoch; auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von gut 22 % zu Buche.

Der nächste klare Meilenstein steht bereits fest: Am Donnerstag, 29. Januar 2026, stellt Altria um 9:00 Uhr Eastern Time die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 im Rahmen einer Live-Audio-Webcast vor. Dann dürfte sich zeigen, ob der Rückenwind aus den FDA-Entscheidungen und dem Wachstum der Nikotinbeutel die anhaltenden Volumenrückgänge bei Zigaretten ausreichend kompensiert – und ob das Management seine Strategie jenseits des Rauchens mit konkreten Fortschritten untermauern kann.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.