Während die Altria-Aktie in den vergangenen Monaten deutlich korrigierte, positionieren sich die großen institutionellen Investoren aggressiv. Parallel dazu lockt der Tabakkonzern mit einer Dividendenrendite von über 7 Prozent und einem milliardenschweren Aktienrückkaufprogramm. Doch das Kerngeschäft schrumpft weiter – steckt hinter den jüngsten Zukäufen der Vermögensverwalter eine antizyklische Wette oder ignorieren sie die strukturellen Probleme?
Institutionelle Schwergewichte stocken massiv auf
Die jüngsten Pflichtmitteilungen offenbaren: Während Kleinanleger zögern, greifen die großen Player zu. Grantham Mayo Van Otterloo & Co. LLC erhöhte seine Position im zweiten Quartal um gewaltige 279,1 Prozent auf nun 292.040 Aktien – ein Investment von aktuell rund 17,12 Millionen Dollar. Auch Groupama Asset Management nutzte die Kursschwäche und baute den Bestand um 18,9 Prozent auf 28.662 Anteile aus.
Level Four Advisory Services legte weitere 4,9 Prozent nach und hält mittlerweile über 100.000 Aktien. Lediglich der New York State Common Retirement Fund reduzierte seine Beteiligung leicht um 1,5 Prozent, bleibt aber mit über 2 Millionen Aktien an Bord.
Diese gegensätzlichen Bewegungen zeigen die Unsicherheit am Markt: Ist das aktuelle Bewertungsniveau von etwa dem Zehnfachen des Gewinns eine historische Kaufgelegenheit – oder unterschätzen die Käufer die Gefahren des schrumpfenden Tabakgeschäfts?
Volumeneinbruch belastet die Zahlen
Die Q3-Ergebnisse liefern wenig Grund zur Euphorie. Der Umsatz fiel um 3 Prozent auf 5,25 Milliarden Dollar. Verantwortlich dafür sind dramatische Absatzrückgänge bei den Kernmarken:
- Marlboro: Minus 11,7 Prozent
- Skoal: Minus 17,1 Prozent
- Copenhagen: Minus 12,4 Prozent
- on! Nicotine Pouches: Nur noch magere 0,7 Prozent Wachstum
Trotz sinkender Volumina steigerte Altria das bereinigte Ergebnis je Aktie auf 1,45 Dollar und übertraf damit die Analystenerwartungen knapp. Für das Gesamtjahr 2025 bestätigte das Management die Prognose von 5,37 bis 5,45 Dollar je Aktie. Der Konzern kompensiert den Mengenschwund also weiterhin durch Preiserhöhungen und rigorose Kostendisziplin – eine Strategie, die auf Dauer an ihre Grenzen stoßen dürfte.
2 Milliarden Dollar für eigene Aktien
Um die Anleger bei Laune zu halten, genehmigte der Vorstand ein neues Rückkaufprogramm über 2,0 Milliarden Dollar. Bei einer Marktkapitalisierung von rund 99 Milliarden Dollar entspricht das knapp 1,9 Prozent aller ausstehenden Anteile.
Zudem schüttet Altria seit 56 Jahren ununterbrochen steigende Dividenden aus – ein Status als „Dividend King“, der einkommenssuchende Investoren anzieht. Die aktuelle Rendite von über 7 Prozent liegt deutlich über dem Marktdurchschnitt, doch die Ausschüttungsquote von etwa 76 Prozent lässt kaum Spielraum für Investitionen in die dringend benötigte Transformation zu rauchfreien Produkten.
Discount zur Konkurrenz – verdient oder gefährlich?
Mit einem Forward-KGV von rund 10,4 bis 11,4 wird Altria deutlich günstiger gehandelt als die Wettbewerber. Philip Morris International kommt auf ein KGV von 18,5, British American Tobacco auf 11,5. Der Bewertungsabschlag spiegelt die Skepsis wider: Während Philip Morris bereits 41 Prozent seines Umsatzes mit rauchfreien Alternativen erzielt, liegt dieser Anteil bei Altria bei nur 14 Prozent.
Analysten bleiben vorsichtig. Der Konsens lautet „Halten“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 62,33 Dollar – das bedeutet bei einem aktuellen Kurs um 59 Dollar gerade einmal 5 bis 6 Prozent Aufwärtspotenzial. Ob die massiven Rückkäufe und die institutionellen Zukäufe ausreichen, um die Aktie zu stabilisieren, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Die Unterstützungszone um 58 Dollar gilt dabei als entscheidende Marke.
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