Hohe Dividende, struktureller Gegenwind und ein auffälliger Aufbau institutioneller Positionen: Bei Altria prallen derzeit zwei Sichtweisen aufeinander. Während einige Profianleger ihre Engagements deutlich ausweiten, warnen Analysten verstärkt vor schwindenden Volumina im Kerngeschäft. Im Kern geht es um die Frage, ob Dividende und Aktienrückkäufe den Druck aus dem rückläufigen Zigarettengeschäft noch ausreichend abfedern können.
Institutionelle Käufe trotz Skepsis
Heute liegt die Altria-Aktie mit rund 57,55 US‑Dollar nur knapp unter ihrem 52‑Wochen-Hoch, nachdem sie sich in den vergangenen 30 Tagen deutlich aufgehellt hat. Parallel dazu zeigen aktuelle Meldungen zu Aktienbeständen, dass einzelne Adressen das Chance-Risiko-Profil offenbar attraktiv finden.
Besonders ins Auge fällt Silver Oak Securities. Das Institut hat seine Position im letzten Quartal um 155,4 % erhöht und hält nun 31.220 Altria-Aktien im Wert von etwa 2,06 Mio. US‑Dollar. Für einkommensorientierte Vermögensverwalter bleibt vor allem die Dividendenrendite von rund 7,3 % ein zentrales Argument.
Gleichzeitig steht genau diese Ausschüttungspolitik zunehmend im Fokus der Analysten. Mit einer Ausschüttungsquote von nahe 80 % sehen sie die Spielräume begrenzt. Die These: Die Dividende ist attraktiv, aber ihre langfristige Tragfähigkeit hängt mehr denn je von der Entwicklung außerhalb des klassischen Zigarettengeschäfts ab.
Strukturelle Rückgänge im Kerngeschäft
Der Kern der Skepsis liegt in den Volumenentwicklungen. In den jüngsten operativen Daten für das dritte Quartal 2025 meldete Altria einen Rückgang der in den USA ausgelieferten Zigarettenmengen um 8,2 % gegenüber dem Vorjahr. Besonders kritisch: Die Premiummarke Marlboro verlor sogar 11,7 % an Volumen.
Analysten werten diese Zahlen nicht als bloße konjunkturelle Delle, sondern als strukturellen Trend. Sinkende Stückzahlen verschärfen den Druck auf das Geschäftsmodell, selbst wenn Preiserhöhungen kurzfristig gegensteuern können. Damit rückt der Bereich der sogenannten „Next Generation Products“ (NGP) stärker in den Vordergrund – er muss Wachstum liefern, um die Rückgänge bei Verbrennungszigaretten zu kompensieren.
Auf der Umsatzseite spiegeln sich diese Belastungen bereits wider. Im dritten Quartal 2025 gingen die Erlöse im traditionellen Tabaksegment um 3 % auf 5,25 Mrd. US‑Dollar zurück. Dennoch hält der Konzern an einer aktionärsfreundlichen Kapitalrückführung fest: Ein genehmigtes Aktienrückkaufprogramm über 2,0 Mrd. US‑Dollar entspricht rund 1,9 % der ausstehenden Aktien. Zusammen mit der Dividende schafft dies eine gewisse Unterstützung für den Kurs, auch wenn das operative Umfeld schwieriger wird.
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Führung, Regulierung und neue Produkte
Die aktuelle Bewertung der Aktie findet vor dem Hintergrund eines Führungswechsels statt. 2026 soll CEO Billy Gifford in den Ruhestand gehen; Nachfolger wird der bisherige Finanzchef Sal Mancuso. Der Übergang fällt in eine Phase, in der Altria seine Abhängigkeit vom Verbrennergeschäft reduzieren will.
Regulatorisch bleibt das Umfeld zweischneidig. Positiv ist, dass Altria Ende Dezember 2025 von der US‑Arzneimittelbehörde FDA die Marktzulassung für sechs on! PLUS Nikotinbeutel erhalten hat – ein wichtiger Baustein im Oral-Nikotin-Segment. Solche Genehmigungen sind Voraussetzung, um im wachstumsstärkeren, rauchfreien Bereich an Boden zu gewinnen.
Gleichzeitig mahnen Entwicklungen im Ausland zur Vorsicht. Zum Jahresbeginn 2026 führte eine drastische Erhöhung der Tabaksteuern in Indien zu Kurseinbrüchen von rund 10 % bei lokalen Branchengrößen wie ITC. Altria ist von dieser spezifischen Maßnahme zwar nicht direkt betroffen, doch das Beispiel unterstreicht die grundsätzliche Regulierungsanfälligkeit des Sektors.
Historisch hat Altria vieles über Preissetzungsmacht aufgefangen und die Dividende 56 Jahre in Folge erhöht – ein Track Record, der den Status als „Dividend King“ untermauert. Die jüngst zweistelligen Volumenrückgänge bei Marlboro zeigen jedoch, dass die Grenzen der Preisdurchsetzung genauer beobachtet werden müssen.
Ausblick: NGP-Performance als Schlüssel
Mit Blick nach vorn richtet sich der Blick des Marktes auf den anstehenden Geschäftsbericht für das Gesamtjahr 2025. Altria peilt ein Ergebnis je Aktie (EPS) von 5,37 bis 5,45 US‑Dollar an. Ob das obere Ende der Spanne erreichbar ist, hängt maßgeblich davon ab, wie sich das E‑Zigaretten-Portfolio Njoy und die Auslieferungen der on! Produkte entwickeln und ob sie die Verluste im Verbrennerbereich ausreichend ausgleichen.
Charttechnisch bewegt sich die Aktie aktuell in einer Konsolidierungszone um 57 US‑Dollar. Der 14‑Tage-RSI liegt mit 82,2 klar im überkauften Bereich, was auf eine bereits sehr optimistische kurzfristige Positionierung hindeutet. Fundamental liegt das durchschnittliche Analystenkursziel bei rund 62,18 US‑Dollar, die Mehrzahl der Einschätzungen lautet „Halten“.
Damit hängt die nächste größere Kursbewegung vor allem davon ab, ob das neue Management überzeugend nachweisen kann, dass der Übergang zu rauchfreien Produkten an Tempo gewinnt und den strukturellen Rückgang im Zigarettengeschäft spürbar überlagert; bis zum Jahresabschluss 2025 bleibt dieser Nachweis der zentrale Prüfstein.
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