Alphabet geht mit angeschlagenem Chartbild in die wichtigste Woche des Quartals. Am 28. Oktober legt der Konzern Zahlen vor, und die Aktie hat zuletzt spürbar an Boden verloren. Zwei Themen belasten: Zweifel an den KI-Investitionen und die politische Unruhe rund um Rechenzentren.
Technisch unter Druck
Die Klasse-C-Aktie notierte zuletzt bei rund 319 Dollar und klammert sich an eine Unterstützung bei 318,61 Dollar. Zuvor war die Marke von 335 Dollar gebrochen. Der Kurs liegt unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten, der Relative-Stärke-Index von rund 25 signalisiert zugleich eine überverkaufte Lage. Solche Werte gehen oft mit Erholungen einher, müssen es aber nicht.
Rutscht der Kurs nachhaltig darunter, nennen Chartanalysten als nächste Ziele 303 Dollar und 301,59 Dollar. Das Märztief liegt bei 271,95 Dollar. Für eine Entspannung müsste die Aktie dagegen zunächst über 332 Dollar schließen. Der hartnäckige Widerstand liegt bei 363 Dollar, das Rekordhoch bei 408,37 Dollar.
Skepsis bei den KI-Ausgaben
Hinter dem schwachen Chart steht eine fundamentale Frage: Zahlen sich die enormen Ausgaben der Hyperscaler aus? Einige Investoren zweifeln daran. Steigende Preise für Kreditausfallversicherungen und fallende Aktienkurse spiegeln das wider. Wie nervös der Markt ist, zeigte CoreWeave, das binnen einer Woche rund ein Viertel an Wert verlor, getrieben von Schuldensorgen.
Hinzu kommt die Politik. Vor den US-Zwischenwahlen am 3. November wächst der Widerstand gegen neue Rechenzentren, die viele Amerikaner mit Umweltbelastung und höheren Strompreisen verbinden. Prognosemärkte sehen eine hohe Wahrscheinlichkeit für ein demokratisches Repräsentantenhaus, im Senat fällt sie geringer aus.
Ein gesetzlicher Baustopp gilt als unwahrscheinlich. Marktbeobachter erwarten eher Anhörungen und Untersuchungen mit negativen Schlagzeilen. Entscheidender könnten die Bundesstaaten sein, wo die Genehmigungen fallen. Den KI-Boom dürfte die Politik kaum stoppen, wohl aber Zeitplan und Kosten durcheinanderbringen.
Der Termin am 28. Oktober
Die Quartalszahlen sind damit mehr als Routine. Amazon folgt einen Tag später, in derselben Woche stehen unter anderem Microsoft sowie die Zinsentscheide von Fed und EZB an. Für Alphabet geht es vor allem um die Investitionsplanung.
Bestätigt der Konzern seinen Ausbaukurs und liefert dazu überzeugende Erlöse, könnte die überverkaufte Aktie die 332-Dollar-Marke ins Visier nehmen. Fällt die Unterstützung bei 318,61 Dollar, rückt zunächst die Zone um 303 Dollar in den Blick.
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