Alphabet steht unter Beschuss – von mehreren Seiten gleichzeitig. Während CEO Sundar Pichai ein neues Aktienpaket im Wert von bis zu 692 Millionen Dollar erhält, hagelt es regulatorische Rückschläge in Kanada und den USA. Gleichzeitig startet der Konzern ein neues KI-Modell und muss sich gegen schwere Vorwürfe im Zusammenhang mit seinem Chatbot wehren.
Vergütungspaket an Waymo und Wing geknüpft
Am 4. März 2026 beschloss Alphabets Vergütungsausschuss ein neues dreijähriges Aktienpaket für Pichai. Das Besondere: Erstmals ist ein signifikanter Teil der Vergütung direkt an die Entwicklung der „Other Bets“-Sparte gekoppelt – konkret an Waymo und Wing Aviation, die Einheiten für autonomes Fahren und Drohnenlieferungen.
Pichai erhielt leistungsbasierte Aktieneinheiten im Zielwert von etwa 175 Millionen Dollar, deren Vesting vom Wertzuwachs dieser beiden Tochterunternehmen über drei Jahre abhängt. Hinzu kommen zwei Tranchen von Performance-Aktien mit je 63 Millionen Dollar Zielwert, die sich am Total Shareholder Return von Alphabet im Vergleich zu S&P-100-Unternehmen bemessen.
Am selben Tag verkaufte Pichai 32.500 Class-C-Aktien für insgesamt 9,8 Millionen Dollar zu Preisen zwischen 301,57 und 305,14 Dollar. Nach den Transaktionen hält er noch 1.674.560 Aktien dieser Klasse.
Juristische Niederlagen häufen sich
In Kanada scheiterte Google mit dem Versuch, eine Kartellklage auf verfassungsrechtlichem Weg zu stoppen. Das Competition Tribunal wies am 4. März den Einwand zurück, Googles Rechte seien verletzt worden. Der Fall geht zurück auf eine Klage der Wettbewerbsbehörde von Ende 2024, die Google vorwirft, den Markt für digitale Werbung manipuliert zu haben. Die Behörde argumentiert, Google habe seine Dominanz genutzt, um Konkurrenz zu unterdrücken – mit höheren Kosten für Werbetreibende und geringeren Erlösen für Publisher als Folge.
In Texas untersucht die National Transportation Safety Board Vorfälle, bei denen Waymo-Fahrzeuge angeblich gestoppte Schulbusse überholt und damit gegen bundesstaatliches Recht verstoßen haben.
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Parallel dazu sieht sich Alphabet mit einer Klage wegen fahrlässiger Tötung konfrontiert. Ein Vater wirft Google vor, dessen KI-Chatbot Gemini habe zum Suizid seines 36-jährigen Sohnes Jonathan Gavalas im Oktober 2025 beigetragen. Nach monatelangen Gesprächen mit dem Chatbot habe sich die psychische Verfassung seines Sohnes verschlechtert. Der Kläger argumentiert, das Produkt sei auf Nutzerbindung statt auf Sicherheit ausgelegt.
Google entgegnete, Gemini sei darauf ausgelegt, weder zu realer Gewalt zu ermutigen noch Selbstverletzungen nahezulegen. Man arbeite eng mit Medizin- und Mental-Health-Experten zusammen, um Schutzmechanismen zu entwickeln, die Nutzer in Notlagen an professionelle Hilfe weiterleiteten.
Starke Zahlen, massive Investitionen
Die Turbulenzen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem das operative Geschäft floriert. Im vierten Quartal 2025 erzielte Alphabet Umsätze von 113,8 Milliarden Dollar – ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Google Cloud legte um 48 Prozent auf 17,7 Milliarden Dollar zu, getrieben von KI-Infrastruktur und Unternehmensanwendungen. YouTube überschritt erstmals die Marke von 60 Milliarden Dollar Jahresumsatz.
Für 2026 plant das Management Investitionen zwischen 175 und 185 Milliarden Dollar – vor allem für den Ausbau der KI- und Cloud-Infrastruktur. Waymo liefert aktuell über 400.000 vollautonome Fahrten pro Woche in sechs US-Städten aus und hat die Marke von 20 Millionen Gesamtfahrten überschritten. Eine kürzliche Finanzierungsrunde bewertete die Einheit mit 126 Milliarden Dollar und soll die Expansion in mehr als 20 weitere Städte finanzieren, darunter Tokio und London.
Ob Regulierungsbehörden in mehreren Rechtsräumen dieses Wachstum ungebremst zulassen, dürfte entscheidend für Alphabets weiteren Kurs sein.
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