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Alphabet Aktie: Unverhoffte Stolpersteine?

Der Google-Konzern nimmt 32 Milliarden Dollar für seinen KI-Ausbau auf, verdoppelt die Investitionspläne und sieht sich mit einem starken Aktienrückgang konfrontiert.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Größte Unternehmensanleihe in Alphabets Geschichte platziert
  • Capex-Pläne für 2026 auf bis zu 185 Milliarden Dollar verdoppelt
  • Aktienkurs verliert über 20 Prozent im letzten Monat
  • Starke operative Zahlen, aber regulatorische Prüfungen

Alphabet greift für den KI-Ausbau tief in die Finanzierungs-Trickkiste. Der Google-Konzern hat in Rekordzeit die größte Unternehmensanleihe seiner Geschichte platziert – und damit ein klares Signal gesendet, wie ernst er das Rennen um Rechenleistung nimmt. Doch wie passt dieser Milliardenhunger zu den Sorgen, die Anleger zuletzt umtreiben?

Rekord-Anleihe mit Jahrhundert-Laufzeit

Alphabet hat Anleihen im Umfang von rund 32 Mrd. US-Dollar in weniger als 24 Stunden verkauft – verteilt auf mehrere Währungen. Besonders auffällig: eine seltene 100-jährige Sterling-Anleihe, wie sie Tech-Konzerne seit Motorola 1997 nicht mehr begeben haben. Diese Tranche brachte 1 Mrd. Pfund ein und wurde mit einem Kupon von 6,125% ausgestattet.

Die Nachfrage war extrem hoch. Allein die 100-Jahres-Tranche soll laut IFR-Daten fast das Zehnfache an Orders gegenüber dem angebotenen Volumen eingesammelt haben. In der Spitze lagen die Gesamtorders über 100 Mrd. US-Dollar.

Wichtigste Bausteine der Emission im Überblick:

  • US-Dollar-Anleihen: 20 Mrd. US-Dollar, sieben Tranchen, Laufzeiten bis 40 Jahre
  • Sterling-Anleihen: 5,5 Mrd. Pfund, fünf Tranchen, inklusive Jahrhundert-Anleihe
  • Schweizer-Franken-Anleihen: rund 3,055 Mrd. CHF, fünf Tranchen, Laufzeiten 3 bis 25 Jahre

Warum Alphabet jetzt so viel Geld aufnimmt

Der Hintergrund ist das für 2026 angekündigte Investitionsprogramm: Alphabet plant Capex von 175 bis 185 Mrd. US-Dollar – etwa doppelt so viel wie 2025 (91,4 Mrd. US-Dollar) und deutlich über den Wall-Street-Erwartungen von rund 120 Mrd. US-Dollar.

Finanzchefin Anat Ashkenazi hatte im Earnings Call erklärt, wofür das Geld gedacht ist: mehr KI-Compute-Infrastruktur, Entwicklung „Frontier“-Modelle und zusätzliche Kapazitäten für Cloud und Services. Der Schuldenhebel soll dabei helfen, die Ausgaben mit langfristiger Finanzierung zu unterlegen – vor allem bei Infrastruktur, die über viele Jahre genutzt wird.

Starke Zahlen – aber neue Unsicherheit

Operativ kam Alphabet zuletzt mit Rückenwind: Im vierten Quartal stieg der Umsatz um 18% auf 113,8 Mrd. US-Dollar, der Gewinn je Aktie kletterte auf 2,82 US-Dollar (Vorjahr: 2,15). Besonders dynamisch: Google Cloud mit plus 48% auf 17,7 Mrd. US-Dollar. Zudem zählt die Gemini-App inzwischen über 750 Mio. monatlich aktive Nutzer.

Trotzdem reagierte die Aktie nach den Ausgabenplänen nervös. Mit Blick auf die bereitgestellten Kursdaten zeigt sich vor allem der jüngste Rücksetzer: In den letzten 30 Tagen liegt der Titel 22,42% im Minus (aktueller Kurs: 256,00 €).

Zusätzlichen Druck bringt eine neue regulatorische Baustelle: EU-Aufseher prüfen laut Reuters Googles Praktiken bei Suchanzeigen-Auktionen. Konkret geht es um die Sorge, dass Auktionspreise künstlich nach oben getrieben werden könnten. Das trifft ausgerechnet das Kerngeschäft, das den Großteil der Erlöse liefert – und damit auch die Basis, aus der künftig Zinsen für die zusätzliche Verschuldung bedient werden.

Am Markt ist der größere Kontext klar: Alphabet steht mit dem Schritt nicht allein. Hyperscaler wie Amazon, Microsoft, Meta, Alphabet und Oracle nutzten laut einem zitierten BNY-Mellon-Report bereits 2025 zusammen 121 Mrd. US-Dollar an Fremdfinanzierung, während der Rechenzentrums-Ausbau anzieht. Bei Alphabet wird 2026 nun zur Bewährungsprobe: Die geplanten KI-Investitionen sind gesetzt – entscheidend wird, ob Cloud-Wachstum und Werbegeschäft stark genug bleiben, um die neue Größenordnung dauerhaft zu tragen.

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