Alphabet greift diese Woche auf zwei Feldern gleichzeitig an: Der Konzern vertieft seine Partnerschaft mit dem US-Verteidigungsministerium und veröffentlicht mit Gemini Embedding 2 sein bislang fortschrittlichstes KI-Modell. Beide Schritte folgen einer klaren Logik – Gemini soll zur dominierenden KI-Plattform werden, ob im Unternehmensumfeld oder im Pentagon.
Tiefer ins Militär
Google weitet die Nutzung seiner Gemini-Modelle im US-Verteidigungsministerium erheblich aus. Über das Pentagon-Portal GenAI.mil können zivile und militärische Mitarbeiter künftig eigene KI-Agenten für nicht klassifizierte Aufgaben erstellen. Acht vorgefertigte Agenten automatisieren bereits Tätigkeiten wie das Zusammenfassen von Besprechungsprotokollen, die Budgetplanung oder die Prüfung von Maßnahmen gegen die nationale Verteidigungsstrategie.
Die Nutzungszahlen sind beeindruckend: Seit Dezember haben 1,2 Millionen Pentagon-Mitarbeiter den KI-Chatbot genutzt und dabei 40 Millionen Anfragen gestellt sowie mehr als vier Millionen Dokumente hochgeladen. Laut Staatssekretär Emil Michael sollen die Gemini-Agenten mittelfristig auch auf klassifizierten Netzwerken eingesetzt werden – entsprechende Gespräche laufen bereits.
Für Google ergibt sich daraus ein strategischer Vorteil: Konkurrent Anthropic ist derzeit in einen Rechtsstreit mit der Trump-Administration verwickelt, nachdem das Unternehmen als Lieferkettenrisiko eingestuft wurde. Das verschafft Google Raum, seinen Anteil am schnell wachsenden Verteidigungsbudget für KI-Infrastruktur auszubauen.
Intern gibt es allerdings Widerstand. Über 100 Google-KI-Mitarbeiter forderten in einem Brief an Chefwissenschaftler Jeff Dean, den Einsatz von Gemini für die Überwachung amerikanischer Bürger oder für autonome Waffensysteme ohne menschliche Kontrolle zu untersagen. Inzwischen haben rund 900 Google- und 100 OpenAI-Mitarbeiter einen offenen Brief mit denselben Forderungen unterzeichnet.
Neues Modell, neue Maßstäbe
Parallel dazu veröffentlichte Google Gemini Embedding 2 – das erste nativ multimodale Embedding-Modell des Unternehmens. Es verarbeitet Text, Bilder, Video, Audio und Dokumente in einem einzigen gemeinsamen Embedding-Raum und ist ab sofort über die Gemini API sowie Vertex AI in der öffentlichen Vorschau verfügbar.
Das Modell unterstützt mehr als 100 Sprachen und verbessert Anwendungen wie semantische Suche, Stimmungsanalyse und Datenclustering. Für Unternehmenskunden senkt es die technische Hürde beim Aufbau komplexer Datenpipelines, die bisher separate Verarbeitungsschritte für verschiedene Medientypen erforderten. Erste Benchmarks zeigen, dass Gemini Embedding 2 führende Konkurrenzmodelle in Text-, Bild- und Videokategorien übertrifft.
Starke Zahlen, hohe Investitionen
Den Ankündigungen liegt eine solide Finanzbasis zugrunde. Im vierten Quartal 2025 erzielte Alphabet einen Umsatz von 113,83 Milliarden Dollar – ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr – und übertraf damit die Erwartungen der Wall Street deutlich. Der Google-Cloud-Umsatz legte im selben Zeitraum um 48 Prozent auf 17,7 Milliarden Dollar zu und erreicht damit eine annualisierte Rate von 70 Milliarden Dollar.
Für 2026 plant Alphabet Investitionsausgaben von 175 bis 185 Milliarden Dollar – mehr als doppelt so viel wie die 91 Milliarden Dollar im Vorjahr und weit über den von Analysten erwarteten rund 120 Milliarden Dollar. Der Markt reagierte auf diese Ankündigung mit Zurückhaltung: Die Aktie verlor in den vergangenen vier Wochen rund elf Prozent. Gestern schloss sie bei 265,15 Euro, liegt damit aber noch rund 20 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt.
Ob das aggressive Investitionsprogramm mittelfristig zu einer Margenausweitung führt, wird sich spätestens beim nächsten Quartalsbericht zeigen. Der Cloud-Auftragsbestand von 240 Milliarden Dollar – ein Anstieg von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr – deutet darauf hin, dass die Nachfrage die Investitionen rechtfertigt.
Alphabet-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Alphabet-Analyse vom 11. März liefert die Antwort:
Die neusten Alphabet-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Alphabet-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Alphabet: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
