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Alphabet Aktie: Monopol-Berufung

Google wehrt sich gegen die Pflicht zur Weitergabe von Suchdaten an Wettbewerber und beantragt die Aussetzung dieser Sanktion. Analysten bleiben trotz des Rechtsstreits optimistisch und erhöhen ihre Kursziele.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Berufung gegen Monopolurteil aus 2024 eingereicht
  • Antrag auf Aussetzung der Datenteilungspflicht
  • Analysten heben Kursziele für Alphabet-Aktie an
  • Rechtsstreit könnte 12 bis 18 Monate dauern

Alphabet hat am Freitag offiziell Berufung gegen das Kartellurteil eingelegt, das Google im August 2024 eine illegale Monopolstellung bei der Online-Suche bescheinigte. Gleichzeitig beantragte der Konzern, zentrale Sanktionen bis zum Abschluss des Berufungsverfahrens auszusetzen. Die Aktie verlor 0,84 Prozent auf 330,00 Dollar.

Google wehrt sich gegen Datenteilung

In einem Blogbeitrag zur Berufungseinlegung argumentierte Lee-Anne Mulholland, Vice President of Regulatory Affairs bei Google, das Urteil von Bundesrichter Amit Mehta ignoriere die Realität: Menschen nutzten Google, weil sie es wollten, nicht weil sie dazu gezwungen würden.

Der Kernpunkt des Antrags auf Aussetzung: Google soll nach dem Urteil Suchdaten mit Wettbewerbern teilen – auch mit Anbietern generativer KI wie OpenAI. Das Unternehmen warnt, dies könne Geschäftsgeheimnisse preisgeben, ohne Rückholmöglichkeit bei einem späteren Erfolg der Berufung. Die im Dezember 2025 finalisierten Sanktionen umfassen:

  • Pflicht zur Weitergabe von Suchindex und Nutzerinteraktionsdaten an „qualifizierte Wettbewerber“
  • Verbot exklusiver Suchverträge mit Laufzeiten über einem Jahr
  • Begrenzung von App-Vorinstallationen, einschließlich des Gemini-Chatbots, auf einjährige Verträge

Interessant: Nur die Datenweitergabe will Google ausgesetzt sehen. Die übrigen Auflagen akzeptiert der Konzern vorerst. Das US-Justizministerium hat bis zum 3. Februar 2026 Zeit, seinerseits Berufung einzulegen – es hatte ursprünglich einen erzwungenen Verkauf des Chrome-Browsers gefordert, was Richter Mehta ablehnte.

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Analysten bleiben optimistisch

Trotz der rechtlichen Unsicherheit erhöhten mehrere Banken ihre Kursziele deutlich. Cantor Fitzgerald hob die Bewertung Anfang Januar auf Overweight an und setzte das Ziel von 310 auf 370 Dollar herauf – begründet mit Alphabets „stärkstem Footprint über mehrere Ebenen des KI-Tech-Stacks“. Canaccord Genuity sieht sogar 390 Dollar als fair an, Scotiabank 375 Dollar.

Bank of America-Analyst Justin Post verwies darauf, dass mittlerweile 70 Prozent der Google-Cloud-Kunden KI-Produkte nutzen: „Google hat die Chips, die Infrastruktur-Kapazität und die Modelle in einem Markt mit wachsender Nachfrage.“

Vierteljahresbericht im April

Das Berufungsverfahren dürfte 12 bis 18 Monate dauern. In dieser Zeit könnten die Sanktionen auf Eis liegen. Alphabet erreichte Anfang Januar als viertes Unternehmen nach Nvidia, Microsoft und Apple die 4-Billionen-Dollar-Marktbewertung – getrieben durch den Start von Gemini 3, den Ironwood-TPU-Chip und die Integration von Gemini in Apples Siri. 48 von 55 Analysten raten zum Kauf. Die nächsten Quartalszahlen werden Ende April erwartet, mit einem prognostizierten Umsatzwachstum von 14 Prozent für das Gesamtjahr.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.