Der Aktienkurs von Alphabet jagt von Rekord zu Rekord. Am Freitag schloss das Papier bei 290,65 Euro. Das ist nur einen Hauch unter dem 52-Wochen-Hoch. Hinter dieser Kulisse braut sich ein teurer Konflikt zusammen.
Am 29. April präsentiert der US-Konzern seine Zahlen für das erste Quartal. Analysten erwarten solide Gewinne. Die eigentliche Debatte dreht sich um die Ausgaben. Alphabet will seine Investitionen in diesem Jahr massiv hochfahren. Das Budget für neue KI-Infrastruktur soll auf bis zu 185 Milliarden US-Dollar steigen. Fast eine Verdopplung zum Vorjahr. Einige Experten fürchten deshalb bald einen negativen freien Cashflow.
Die Cloud muss liefern
Um diese Summen zu rechtfertigen, muss das Cloud-Geschäft rasant wachsen. Der Auftragsbestand erreichte zuletzt gewaltige Ausmaße. Im Schlussquartal stieg der Umsatz der Sparte um fast die Hälfte auf 17,7 Milliarden Dollar. Für das abgelaufene Jahresviertel erwarten Beobachter nun ein Plus von über 50 Prozent. Ein schwächeres Wachstum könnte die Sorgen der Anleger sofort neu entfachen.
Zerschlagung bleibt ein Risiko
Abseits der Bilanz droht juristischer Gegenwind. Zwei große Kartellverfahren bedrohen die Struktur des Konzerns. Im Streit um die Suchmaschine fordert das US-Justizministerium härtere Maßnahmen. Die Behörde strebt eine Aufspaltung an. Beide Seiten bereiten aktuell ihre Argumente für das Berufungsgericht vor.
Parallel dazu läuft das Verfahren um die Werbetechnologie. Ein Gericht stellte bereits ein illegales Monopol fest. Nun steht ein erzwungener Verkauf der Anzeigenbörse AdX im Raum. Das wäre die größte Zerschlagung eines US-Unternehmens seit 1984.
Die Börse blendet diese Risiken bislang aus. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Aktienkurs mehr als verdoppelt. Die Bewertung ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 31 historisch hoch. Die Fallhöhe für die kommenden Quartalszahlen ist damit enorm. Wenn das Management am Mittwoch den Ausblick präsentiert, duldet der Markt keine Schwäche bei den KI-Renditen.
