Alphabet startet nach dem Sprung in die 4-Billionen-Dollar-Liga mit einer Mischung aus juristischem Gegenwind und Rückenwind von der Analystenseite in die neue Woche. Während die US-Börsen heute wegen Martin Luther King Jr. Day geschlossen bleiben, rückt vor allem ein neuer Antrag im US-Kartellverfahren in den Fokus. Parallel dazu heben große Banken ihre Kursziele weiter an.
- Alphabet peilt nach 4-Billionen-Bewertung neue Höchststände an
- Google beantragt Aufschub bei weiterem Datenteilen im Kartellverfahren
- Analysten setzen Kursziele bis 375 US-Dollar, rund 10–13 % über dem letzten Schlusskurs
- In Europa heute technische Konsolidierung nach starkem Lauf
Juristische Front und Analystenstimmen
Am 16. Januar beantragte Google beim US-Bezirksrichter Amit Mehta, eine Anordnung auszusetzen, die das Unternehmen verpflichten würde, Suchdaten mit Wettbewerbern zu teilen – darunter auch KI-Anbieter wie OpenAI. In dem am Freitagabend eingereichten Schriftsatz argumentiert Google, eine sofortige Umsetzung während des Berufungsverfahrens würde „irreparablen Schaden“ verursachen, da Geschäftsgeheimnisse offengelegt würden. Der Antrag ist Teil der Berufung gegen das Urteil vom August 2024, das das Suchgeschäft als illegales Monopol einstufte.
Trotz dieser juristischen Auseinandersetzung überwiegt an der Wall Street aktuell der Optimismus nach dem Erreichen der 4-Billionen-Dollar-Marke Mitte Januar. Mehrere große Häuser haben ihre Kursziele angehoben und verweisen auf die Fortschritte bei der Monetarisierung von KI-Diensten.
- RBC Capital bestätigt ein „Strong Buy“ mit Kursziel 375 US-Dollar und verweist ausdrücklich auf das langfristige Potenzial der KI-Zusammenarbeit mit Apple.
- Goldman Sachs setzt ebenfalls 375 US-Dollar an.
- Bank of America liegt mit 370 US-Dollar etwas darunter.
Ausgehend vom letzten Schlusskurs von 330,00 US-Dollar entspricht dies einem erwarteten Aufwärtspotenzial von rund 10 bis 13 Prozent, falls sich die positive KI-Story fortsetzt.
In Europa zeigen sich die Papiere heute dagegen leichter: Auf Tradegate notiert die Aktie um 277,50 Euro und liegt damit am Vormittag etwa 2,5 % im Minus. Marktbeobachter verweisen auf Gewinnmitnahmen nach dem starken Lauf sowie die Unsicherheit rund um die kartellrechtlichen Vorgaben.
KI, Kartellrisiken und Investitionen
Mit dem Sprung über die 4-Billionen-Dollar-Schwelle reiht sich Alphabet neben Nvidia, Apple und Microsoft ein und sichert seine Position im Kreis der „Magnificent Seven“. Ein wesentlicher Treiber der Bewertung war zuletzt die Integration von Gemini AI in das Apple-Ökosystem, insbesondere in Siri. Diese Kooperation wird von Analysten als Antwort auf frühere Sorgen gesehen, ob hohe KI-Investitionen auch ausreichend Ertrag bringen.
Dem gegenüber steht ein unverändert bedeutendes kartellrechtliches Risiko. Das US-Justizministerium (DOJ) und die beteiligten Bundesstaaten haben noch bis Anfang Februar Zeit, zu entscheiden, ob sie gegen Mehtas Ablehnung strengerer Maßnahmen – etwa eine erzwungene Abspaltung des Chrome-Browsers – in Berufung gehen. Googles aktuelle Taktik zielt dabei klar darauf, Vorgaben zum Datenteilen so lange wie möglich hinauszuschieben, um Wettbewerbern wie Anthropic oder OpenAI keinen zusätzlichen Schub zu geben.
Parallel dazu investiert Alphabet weiter massiv in Infrastruktur und neue Technologien. Dazu zählt auch der neue „Willow“-Chip für Quantencomputing, mit dem das Unternehmen seinen technologischen Vorsprung in zentralen Zukunftsfeldern absichern will.
Ausblick: Zahlen und Chartbild
Im Fokus steht nun der 4. Februar, wenn Alphabet die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr vorlegt. Der Konsens erwartet anhaltend kräftiges Wachstum im Cloud-Geschäft sowie mehr Transparenz zum finanziellen Beitrag der Apple-Kooperation im KI-Bereich.
Charttechnisch hatte die Aktie die vergangene Woche bei 330,00 US-Dollar beendet. Der Relative-Stärke-Index (RSI) signalisierte zuletzt überkaufte Bedingungen, wodurch die heutige Konsolidierung im europäischen Handel als normale Abkühlung nach dem starken Anstieg gewertet werden kann. Kurzfristig richten sich die Blicke auf die Entscheidung des Gerichts zum beantragten Aufschub beim Datenteilen und auf die nächste Verfahrensstufe des DOJ Anfang Februar, bevor die Quartalszahlen den nächsten größeren Impuls für den Kurs liefern dürften.
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