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Alphabet Aktie: Fragliche Zukunft!

Alphabet muss in einem Präzedenzfall Schadensersatz zahlen, während gleichzeitig langfristige KI-Chip-Partnerschaften mit Broadcom und Intel geschlossen werden.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Erste Haftung für Jugendschäden durch Social Media
  • Über 3.300 ähnliche Klagen in Kalifornien anhängig
  • Langfristiger KI-Chip-Deal mit Broadcom bis 2031
  • Partnerschaft mit Intel für KI-Training ausgeweitet

Alphabet hat gleich auf zwei Feldern Bewegung: Eine Jury in Los Angeles hat Google Ende März gemeinsam mit Meta für Schäden haftbar erklärt, die einer jungen Frau durch Sucht nach Instagram und YouTube entstanden sind. Die kombinierten Schadensersatzzahlungen beider Unternehmen belaufen sich auf sechs Millionen Dollar — ein Urteil, das mehr als nur symbolischen Charakter hat, da über 3.300 ähnliche Klagen in Kalifornien noch ausstehen.

Tausende Klagen, ein erster Präzedenzfall

Der Fall ist Teil einer massiven Klagewelle, die neben Google auch Meta, Snap und ByteDance erfasst hat. In kalifornischen Bundesgerichten wurden zusätzlich rund 2.400 Klagen von Schulbehörden, Bundesstaaten und Kommunen gebündelt — all jene Institutionen, die Kosten für die psychischen Folgen bei Jugendlichen geltend machen. Das Los-Angeles-Urteil ist damit der erste abgeschlossene Bundesstaat-Fall gegen Google und dürfte die laufenden Verfahren inhaltlich beeinflussen.

Google hat sich bislang nicht dazu geäußert, ob es — ähnlich wie Meta — Werbeanzeigen für die Klägeranwerbung auf seinen eigenen Plattformen entfernen wird. Meta zieht solche Anzeigen bereits von Facebook und Instagram zurück.

KI-Infrastruktur als Gegengewicht

Abseits der juristischen Front liefert das KI-Geschäft positive Signale. Google hat diese Woche eine langfristige Vereinbarung mit Broadcom zur Entwicklung und Lieferung von Tensor Processing Units bis 2031 unterzeichnet — Chips, die auch das KI-Startup Anthropic für sein Sprachmodell Claude nutzt. Anthropic, an dem Alphabet beteiligt ist, erzielte zuletzt einen annualisierten Umsatz von über 30 Milliarden Dollar, mehr als dreimal so viel wie noch Ende 2025.

Parallel dazu weitet Google seine Partnerschaft mit Intel aus: Xeon-6-Prozessoren sollen künftig KI-Training und Inferenzaufgaben in Googles Rechenzentren übernehmen — ein Bereich, den bislang Nvidia dominiert. Google setzt damit auf ein breiteres Chip-Portfolio, ohne die eigene TPU-Entwicklung zurückzufahren.

Die juristische Flanke bleibt das größte Unsicherheitsmoment. Während der Schadensersatz im Los-Angeles-Urteil noch überschaubar wirkt, könnten massenhafte Folgeurteile das Bild deutlich verändern.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.