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Symbolbild, KI-generiert

Alphabet Aktie: Datenschutz-Poker!

Google beantragt einen Aufschub der EU-Vorgaben zu Suchdaten und Android; Alphabet gewinnt im Handel 1,0 Prozent.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Google ficht zwei EU-Anordnungen an
  • Eilantrag soll Umsetzung vorerst stoppen
  • Alphabet-Aktie steigt auf 303,70 Euro
  • Piper Sandler erhöht Kursziel auf 400 Dollar

Der Streit zwischen der Alphabet-Tochter Google und den europäischen Wettbewerbshütern geht in eine neue juristische Runde. Der Technologiekonzern hat beim Gericht der Europäischen Union in Luxemburg Rechtsmittel gegen zwei weitreichende Anordnungen eingelegt, die auf dem Digital Markets Act basieren.

Google wehrt sich gegen die Verpflichtung, Suchdaten an Wettbewerber zu übergeben und das Mobilbetriebssystem Android für rivalisierende Anwendungen künstlicher Intelligenz zu öffnen. Mit einem Antrag auf einstweilige Verfügung will das US-Unternehmen die sofortige Umsetzung der Vorgaben bis zu einem Hauptsacheurteil stoppen.

An den Finanzmärkten sorgte der juristische Gegenangriff für vorsichtige Beruhigung. Im heutigen Handel legt die Alphabet-Aktie um 1,0 Prozent auf 303,70 Euro zu.

Zwang zur Datenweitergabe und Systemöffnung

Im Zentrum der gerichtlichen Auseinandersetzung stehen Vorgaben der EU-Kommission aus dem Juli. Brüssel verlangt von Google, ab Januar 2027 anonymisierte Suchanfragen sowie Klick- und Rankingdaten an berechtigte Konkurrenten und KI-Entwickler weiterzugeben. Zudem muss der Konzern bis Juli 2027 insgesamt elf Android-Funktionen für alternative KI-Assistenten unter denselben Bedingungen freigeben, wie sie für den konzerneigenen Dienst Gemini gelten.

Google hält diese Maßnahmen für hochgradig riskant. Oliver Bethell, Googles Senior Director für Wettbewerb, warnte vor irreversiblen Schäden für die Privatsphäre, falls persönliche Suchverläufe ohne ausreichende Schutzmaßnahmen geteilt würden.

Das Unternehmen sieht zudem die Cybersicherheit seines Betriebssystems gefährdet. Die EU-Kommission wies die Bedenken zurück und betonte, die Vorgaben enthielten strenge Kriterien zur Anonymisierung und Filterung sensibler Inhalte.

Für den Internetkonzern steht viel auf dem Spiel, denn bei Verstößen gegen das Digital-Markets-Regelwerk drohen Geldbußen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Zudem geraten die Verfahren zunehmend in die europäische Budgetpolitik. Frankreichs Europaminister Benjamin Haddad schlug gestern vor, Einnahmen aus Kartellstrafen gegen Google gezielt zur Senkung der nationalen Beiträge zum EU-Haushalt einzusetzen.

Wall Street behält Zuversicht

Trotz der regulatorischen Reibungspunkte in Europa bleibt die Stimmung unter führenden Marktbeobachtern überwiegend positiv. Das Analysehaus Piper Sandler bekräftigte seine Einstufung mit „Overweight“ und hob das Kursziel für das Papier von 395 auf 400 Dollar an. Die Experten von Morgan Stanley votieren ebenfalls mit „Overweight“ und sehen den fairen Wert der Aktie ebenfalls bei 400 Dollar.

Investoren blicken vor allem auf die Ertragskraft der Cloud- und KI-Sparte, die die drohenden Rechtskosten und operativen Anpassungen abfedern soll. Die juristische Klärung vor den europäischen Instanzen dürfte sich dennoch über mehr als ein Jahr hinziehen. Die Entscheidung über den beantragten Eilrechtschutz wird daher der erste Gradmesser dafür sein, wie viel Spielraum Google bei der Verteidigung seiner Datenbestände bleibt.

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