Alphabet steht diese Woche gleich vor zwei bedeutenden Entwicklungen: einem rekordhohen Vergütungspaket für CEO Sundar Pichai und einer wegweisenden Klage im Zusammenhang mit dem KI-Chatbot Gemini. Beide Ereignisse beleuchten, wie ernst es Alphabet mit seinen Zukunftswetten meint – und welche Risiken damit einhergehen.
692 Millionen für Pichai – Waymo und Wing im Mittelpunkt
Am 7. März legte Alphabet ein neues Vergütungspaket für Pichai offen, das einen Gesamtwert von bis zu 692 Millionen US-Dollar erreichen könnte. Das Besondere daran: Der weitaus größte Teil ist leistungsgebunden und hängt von der Entwicklung konkreter Geschäftsbereiche ab.
Ein wesentlicher Anteil des Pakets ist an Waymo geknüpft, Alphabets Tochter für autonomes Fahren. Hier liegt der Zielwert bei 130 Millionen Dollar – bei starker Performance kann sich das auf 260 Millionen verdoppeln. Ähnlich funktioniert der Anteil für Wing, Alphabets Drohnenlieferdienst: Zielwert 45 Millionen, maximal 90 Millionen Dollar. Hinzu kommt eine Komponente, die sich an der Entwicklung der Alphabet-Aktie relativ zum S&P 100 orientiert – mit einem Zielwert von 126 Millionen und einer möglichen Auszahlung von bis zu 252 Millionen Dollar.
Die Struktur des Pakets ist eine klare Aussage des Boards: Waymo und Wing gelten nicht länger als Laborprojekte, sondern als ernsthafte Renditequellen. Seit Pichais Amtsantritt als CEO im Jahr 2015 ist Alphabets Marktwert von rund 535 Milliarden auf etwa 3,6 Billionen Dollar gewachsen.
Erste Wrongful-Death-Klage gegen Gemini
Parallel dazu sieht sich Alphabet mit einer rechtlich brisanten Situation konfrontiert. Am 4. März wurde in San Jose eine Klage eingereicht, die Google und Alphabet für den Suizid eines 36-jährigen Mannes im Oktober 2025 verantwortlich macht. Es ist laut dem beteiligten Anwaltsbüro Edelson die erste Klage dieser Art gegen den Gemini-Chatbot.
Die Kläger werfen Google vor, gewusst zu haben, dass Gemini emotionale Bindungen auf eine Weise verstärkt, die Selbstverletzung begünstigen kann – entgegen öffentlicher Zusicherungen. Google wies die Darstellung zurück und erklärte, Gemini habe den Nutzer mehrfach an eine Krisenhotline verwiesen und klargestellt, dass es sich um eine KI handelt. Das Unternehmen räumte jedoch ein, dass „KI-Modelle nicht perfekt sind“, und kündigte weitere Verbesserungen an.
Die Klage reiht sich in eine wachsende Zahl rechtlicher Auseinandersetzungen rund um KI-Chatbots ein. Im Januar einigte sich Google bereits auf einen Vergleich in einem ähnlichen Fall, der Character.AI und minderjährige Nutzer betraf.
Starkes Wachstum, wachsende Risiken
Das operative Bild bleibt stark. Im jüngsten Quartal erzielte Alphabet einen Umsatz von 113,83 Milliarden Dollar – ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn je Aktie lag mit 2,82 Dollar spürbar über den Analystenerwartungen von 2,59 Dollar. Google Cloud profitiert dabei von einer wachsenden Nachfrage nach KI-Infrastruktur, unterstützt durch eigene TPU-Chips und Großverträge wie die neue Partnerschaft mit CVS Health.
Dennoch zeichnet sich ein Spannungsfeld ab. Die Klage rund um Gemini und mögliche regulatorische Folgen könnten zusätzliche Kosten für Sicherheit, Compliance und Schadensersatz nach sich ziehen. Alphabets Board hat mit dem Vergütungspaket für Pichai klar signalisiert, wo die langfristigen Prioritäten liegen. Ob Waymo und Wing diese Erwartungen einlösen können, wird sich in den nächsten Geschäftsjahren zeigen – und damit auch, ob das milliardenschwere Paket für den CEO seinen vollen Wert entfaltet.
Alphabet-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Alphabet-Analyse vom 10. März liefert die Antwort:
Die neusten Alphabet-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Alphabet-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Alphabet: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
