Die Alphabet-Aktie notiert am heutigen Freitag bei 295,60 Euro und zeigt sich damit stabil gegenüber dem Vortag. Anleger reagieren erleichtert auf eine wegweisende gerichtliche Entscheidung in den USA, die eine drohende Zerschlagung des Konzerns vorerst abwendet. Parallel dazu stärkt ein prominenter Großaktionär dem Google-Mutterkonzern den Rücken und unterstreicht die wachsende Bedeutung des Unternehmens im Bereich der Künstlichen Intelligenz.
Gericht lehnt Verkauf von Werbesparte ab
In einem bedeutenden Kartellrechtsverfahren in den USA hat die zuständige Richterin Leonie Brinkema einen Antrag der Regierung abgelehnt, Alphabet zum Verkauf seiner Werbe-Plattform AdX zu zwingen. Während das Gericht weiterhin regulatorische Korrekturen am Geschäftsmodell einfordert, stellt der Verzicht auf eine erzwungene Abspaltung eine wesentliche Entlastung für den Konzern dar. Medienberichten zufolge begrüßte Google die Entscheidung, da damit eines der größten strukturellen Risiken für den Konzern gemindert wurde.
Das Verfahren betraf die marktbeherrschende Stellung im Bereich der Ad-Tech-Dienstleistungen. Obwohl Alphabet nun Verhaltensauflagen umsetzen muss, bleibt der Kern des Werbeökosystems erhalten. Diese Entwicklung wird am Markt positiv gewertet, da eine Aufspaltung des Konzerns als das weitreichendste und für Investoren am schwersten kalkulierbare Risiko galt.
Rückendeckung durch Berkshire Hathaway
Flankiert wird die juristische Entlastung durch positive Signale von der Investorenseite. Greg Abel, CEO von Berkshire Hathaway, bezeichnete Alphabet als bedeutenden Akteur im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Berkshire hat vor drei Monaten eine zusätzliche Investition von 10 Milliarden Dollar in den Konzern autorisiert. Zum Ende des zweiten Quartals hielt die Investmentgesellschaft von Warren Buffett damit knapp 106 Millionen Alphabet-Aktien, was einem Marktwert von etwa 37,8 Milliarden Dollar entsprach.
Die jüngsten Geschäftszahlen unterstreichen diesen Wachstumskurs. Für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 meldete Alphabet einen Umsatz von 119,8 Milliarden Dollar sowie ein operatives Ergebnis von 40,8 Milliarden Dollar. Um die Marktführerschaft im KI-Sektor zu festigen, hob das Management die Prognose für die Investitionsausgaben im Gesamtjahr auf eine Spanne von 195 Milliarden bis 205 Milliarden Dollar an.
Strategische Weichenstellungen in KI und Energie
Auch operativ meldet der Konzern Fortschritte. Google DeepMind veröffentlichte am Mittwoch das neue Modell Gemini 3.8 Flash, das speziell auf eine verbesserte Leistung bei Programmieraufgaben optimiert wurde. Damit reagiert Alphabet auf den Wettbewerbsdruck bei KI-gestützten Entwicklerwerkzeugen. Begleitend dazu sicherte sich der Konzern die Energieversorgung für seine energieintensiven Rechenzentren: Am 1. September unterzeichnete Google eine Vereinbarung mit Fervo Energy über die Lieferung von 396 Megawatt Geothermie-Strom aus einem Projekt im US-Bundesstaat Utah.
Zusätzlich treibt Alphabet die Entwicklung seiner Mobilitätstochter Waymo voran. Berichten von Bloomberg News zufolge befindet sich das Unternehmen in fortgeschrittenen Verhandlungen über eine Fremdkapitalaufnahme von mehr als 3 Milliarden Dollar bei verschiedenen Kreditgebern.
Während das Unternehmen seit Jahresbeginn ein Kursplus von 11 % verzeichnet, liegt die Aktie mit einem Abstand von 16 % derzeit noch unter ihrem 52-Wochen-Hoch.
Trotz der jüngsten Erfolge bleibt der regulatorische Druck bestehen: In Europa prüfen Wettbewerbshüter derzeit Vorschläge von Google, die es Verlagen ermöglichen sollen, ihre Inhalte aus KI-Suchergebnissen auszuschließen, ohne Einbußen im Ranking hinnehmen zu müssen.
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