Google ist kein Monopolist — zumindest nach eigener Lesart. Alphabet hat am 22. Mai formell Berufung gegen das Urteil eingelegt, das den Suchmaschinenbetreiber als illegalen Monopolisten einstuft. Die Aktie notierte zuletzt bei 330,20 Euro und liegt damit rund vier Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 344,60 Euro. Der RSI von 48,9 signalisiert eine neutrale Verfassung.
Streit um Exklusiv-Deals mit Apple
Im Zentrum des Rechtsstreits stehen die exklusiven Standard-Suchvereinbarungen — vor allem jene mit Apple. Das Gericht hatte diese Verträge als Wettbewerbshindernisse gewertet. Google argumentiert dagegen, die Marktdominanz sei durch Innovation entstanden, und Apples Entscheidung für Google als Standardsuche sei fair zustande gekommen.
Das Unternehmen will die gerichtlich angeordneten Auflagen kippen. Dazu gehört die Pflicht, Suchdaten mit Konkurrenten und KI-Firmen wie OpenAI zu teilen. Analysten rechnen damit, dass sich das Verfahren bis 2027 oder 2028 hinziehen könnte. Bis dahin bleibt der Status dieser Datenweitergabe-Mandate ungewiss.
Milliardenschwere Infrastruktur-Offensive
Parallel dazu treibt Alphabet seine „Multi-Track“-Strategie massiv voran. Das Unternehmen investiert 15 Milliarden Dollar in ein neues Rechenzentrum in Missouri. Ziel ist es, die wachsende Nachfrage nach KI-Rechenleistung zu bedienen. Alphabet verpflichtet sich dabei, ein Gigawatt neue Energie zu erschließen — unter anderem durch eine 500-Megawatt-Partnerschaft mit dem Versorger Ameren.
Die Investition ergänzt ein kürzlich gestartetes Gemeinschaftsunternehmen mit Blackstone, das bis 2027 rund 500 Megawatt Rechenzentrums-Kapazität bereitstellen soll. Allerdings gibt es lokal Widerstand: In mehreren Regionen gab es Proteste gegen die Umwelt- und Versorgungseffekte der energieintensiven KI-Anlagen.
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Gemischte Signale vom Markt
Das erste Quartal 2026 lief operativ stark — der Gewinn je Aktie lag bei 5,11 Dollar, die Cloud-Sparte wuchs deutlich. Dennoch steht die Aktie unter Druck. Die Berufung und kurzzeitige Ausfälle von Waymo-Robotaxis in mehreren US-Städten nach Software-Problemen haben das Bild getrübt.
Auch institutionelle Anleger sind uneins. Bill Ackmans Pershing Square verkaufte rund 95 Prozent seiner Alphabet-Position im ersten Quartal, um in andere KI-Werte umzuschichten. Andere Fondsmanager stockten dagegen auf — sie setzen auf Alphabets Rolle im KI-Stack und Cloud-Computing als fundamentale Wachstumstreiber.
Die Aktie handelt rund 30 Prozent über der 200-Tage-Linie bei 254,57 Euro. Die Volatilität liegt mit annualisiert 35 Prozent auf erhöhtem Niveau. Für Anleger bleibt entscheidend, ob die Berufung gelingt oder die Auflagen bestehen bleiben — und ob sich der Milliarden-Einsatz im KI-Infrastruktur-Wettlauf auszahlt.
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