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Alphabet Aktie: Berkshire baut Position aus

Berkshire Hathaway stockt Alphabet-Beteiligung auf und investiert Milliarden in KI-Rechenzentren. Analysten sehen wachsende Risiken durch Regulierung und neue Konkurrenz.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Berkshire erhöht Alphabet-Anteil
  • 10 Milliarden für KI-Infrastruktur
  • Cloud-Wachstum überzeugt Investoren
  • Rechtsstreitigkeiten und KI-Konkurrenz belasten

Warren Buffetts Nachfolger Greg Abel setzt weiter auf die Google-Mutter. Regulierungsunterlagen deuten darauf hin, dass Berkshire Hathaway seine Alphabet-Position im zweiten Quartal 2026 erneut aufgestockt hat — die offizielle Bestätigung folgt am 14. August mit der turnusmäßigen 13F-Meldung an die US-Börsenaufsicht.

Schon zum Ende des ersten Quartals hielt Berkshire rund 54,2 Millionen Alphabet-A-Aktien im Gegenwert von etwa 15,6 Milliarden Dollar, dazu kamen gut 3,5 Millionen C-Aktien mit einem Wert von rund einer Milliarde Dollar. Zusammen machte die Position damals gut sechs Prozent des Berkshire-Portfolios aus. Hinzu kommt eine Zusage aus dem Juni: Berkshire beteiligt sich mit 10 Milliarden Dollar an der milliardenschweren Kapitalerhöhung, mit der Alphabet den Ausbau seiner KI-Rechenzentren finanziert.

Cloud wächst, Investoren bleiben nervös

Die jüngsten Quartalszahlen der Hyperscaler haben gezeigt, warum das Interesse an Alphabet trotz aller Kritik an den Investitionssummen bestehen bleibt. Während Amazon mit beschleunigtem AWS-Wachstum überraschte und Microsoft mit Azure den Qualitätsmaßstab setzte, blieb Alphabet unter Druck — der Markt fokussierte sich zunächst stärker auf die hohen Ausgaben als auf die operative Stärke. Das Cloud-Geschäft wuchs im ersten Quartal um 63 Prozent, bei spürbar besseren Margen als im klassischen Werbegeschäft. Für Value-Investoren wie Abel zählt offenbar weniger die kurzfristige Kursreaktion als die Substanz dahinter: ein Suchmaschinenmarktanteil von 91 Prozent, dazu YouTube als zweitgrößte Social-Media-Plattform der Welt.

Rechtsstreit und neue Konkurrenz

Auf der Risikoseite mehren sich unterdessen rechtliche Baustellen. Die Werbeplattform Teads hat Klage gegen Google und Alphabet eingereicht und fordert Schadensersatz — die Klage folgt auf ein Urteil eines US-Bundesgerichts, das Google wettbewerbswidriges Verhalten im Adtech-Geschäft attestierte. Parallel dazu bewegt sich ein zweiter Rechtskomplex: TikTok hat sich in drei von Jugendlichen angestrengten Verfahren wegen angeblich suchterzeugender Plattform-Gestaltung außergerichtlich geeinigt. Die Klagen gegen YouTube laufen in diesem Verfahrenskomplex weiter, ein Prozess ist für Oktober angesetzt.

Zur regulatorischen Unsicherheit gesellt sich eine strukturelle Frage: Verändert künstliche Intelligenz die Art, wie Menschen überhaupt suchen? Eine aktuelle Erhebung zeigt, dass bereits vier von zehn Befragten in Deutschland KI-Werkzeuge wie ChatGPT nutzen, um lokale Geschäfte oder Restaurants zu finden — ein Terrain, auf dem Google traditionell dominiert. Noch ist die klassische Suche nicht verdrängt, doch der Trend markiert eine der zentralen Fragen für Alphabets Kerngeschäft der kommenden Jahre.

Die Gemengelage bleibt damit zweigeteilt: Auf der einen Seite ein Großinvestor, der seine Position trotz Capex-Sorgen und Rechtsrisiken ausbaut, auf der anderen Seite wachsender regulatorischer und technologischer Gegenwind. Am 14. August liefert die Berkshire-Meldung erstmals konkrete Zahlen dazu, wie stark Abel unter diesen Vorzeichen tatsächlich nachgekauft hat.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.