Alphabet baut sein KI-Geschäft gerade auf zwei Fronten gleichzeitig aus — und beide könnten das Unternehmen langfristig grundlegend verändern. Einerseits vertieft Google seine Zusammenarbeit mit dem US-Verteidigungsministerium, andererseits sichert es sich mit ungewöhnlichen Energieverträgen die Stromversorgung für seine wachsende KI-Infrastruktur.
Gemini im Pentagon
Googles KI-Modell Gemini wird künftig mehr als 3 Millionen Zivilisten und Militärangehörigen des US-Verteidigungsministeriums zur Verfügung stehen. Seit Dezember haben bereits 1,2 Millionen DOD-Mitarbeiter den KI-Chatbot über das Pentagon-Portal GenAI.mil genutzt — mit 40 Millionen Suchanfragen und über 4 Millionen hochgeladenen Dokumenten. Vorerst läuft der Einsatz auf nicht klassifizierten Netzwerken; Gespräche über eine Ausweitung auf geheime Systeme laufen bereits.
Acht vorgefertigte Agenten sollen Aufgaben wie das Zusammenfassen von Besprechungsprotokollen oder die Budgeterstellung automatisieren. Zusätzlich können Mitarbeiter über ein sogenanntes „Agent Designer“-Tool eigene digitale Assistenten ohne Programmierkenntnisse erstellen.
Intern stößt der Pentagon-Kurs auf Widerstand. Über 100 Google-KI-Mitarbeiter wandten sich am 1. März 2026 in einem Brief an Chefwissenschaftler Jeff Dean und forderten Verbote für den Einsatz von Gemini zur Überwachung von US-Bürgern oder für autonome Waffen ohne menschliche Kontrolle. Das Unternehmen zeigt sich davon unbeeindruckt: VP Tom Lue erklärte auf einem internen DeepMind-Town-Hall im Januar, Google „lehne sich stärker“ in Richtung nationaler Sicherheitsaufträge. Die aktuellen KI-Prinzipien des Konzerns enthalten nicht mehr die frühere Formulierung, die Waffen- und Überwachungstechnologien explizit ausschloss — eine klare Abkehr von der Haltung, die 2018 zum Rückzug aus dem Projekt Maven geführt hatte.
Strom auf Jahrzehnte gesichert
Parallel dazu schließt Alphabet ungewöhnliche Energieverträge ab, um die Stromversorgung seiner Rechenzentren zu sichern. Google hat Vereinbarungen mit fünf US-Energieversorgern getroffen — darunter Entergy Arkansas, Minnesota Power und DTE Energy — die es dem Unternehmen erlauben, seinen Stromverbrauch in Spitzenlastzeiten zu drosseln. Insgesamt stellt Google bis zu einem Gigawatt seiner Rechenzentrumskapazität für solche Abschaltungen bereit — genug, um rund 750.000 Haushalte zu versorgen.
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Das ambitionierteste Projekt entsteht in Michigan: Dort plant Google ein Rechenzentrum mit einem 20-Jahres-Stromvertrag mit DTE Energy, der ab Dezember 2027 in Betrieb gehen soll. Google übernimmt dabei vollständig die Kosten für 1.600 Megawatt neue erneuerbare Energie sowie 480 Megawatt Batteriespeicher — ein Modell, das als Blaupause für andere Technologiekonzerne dienen könnte, die ebenfalls unter Strommangel leiden. Der Vertrag bedarf noch der Genehmigung der Michigan Public Service Commission.
Investitionen auf Rekordniveau
Der Rahmen für diese Aktivitäten ist ein beispielloser Kapitaleinsatz. CEO Sundar Pichai und CFO Anat Ashkenazi haben für 2026 Investitionsausgaben zwischen 175 und 185 Milliarden US-Dollar angekündigt — möglicherweise doppelt so viel wie die 91,4 Milliarden Dollar, die 2025 ausgegeben wurden.
Die Aktie notiert aktuell rund elf Prozent unterhalb ihres 52-Wochen-Hochs von 291,60 Euro, liegt aber noch deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt. Ob die Strategie aufgeht, wird sich spätestens zeigen, wenn die Michigan-Anlage 2028 voll in Betrieb geht und die Verteidigungsverträge in konkrete Umsätze umgemünzt werden müssen.
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