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Alphabet Aktie: 40-Milliarden-Offensive für KI

Alphabet sammelt 40 Mrd. Dollar für KI-Infrastruktur ein. Der Konzern investiert massiv in Rechenzentren und eigene Chips, um im Wettlauf gegen Nvidia zu bestehen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Milliardenschweres Aktienverkaufsprogramm gestartet
  • Investitionen in Rechenzentren und KI-Chips
  • Angriff auf Nvidias GPU-Markt mit TPUs
  • Cloud-Sparte wächst um 63 Prozent

Alphabet greift tief in die Kapitalkiste. Der Konzern startet ein Aktienverkaufsprogramm über 40 Milliarden Dollar. Es ist Kernstück einer noch größeren Kapitalerhöhung von rund 84,75 Milliarden Dollar.

Damit zählt die Maßnahme zu den größten Aktienausgaben der Unternehmensgeschichte. Das Ziel ist klar: Alphabet will den globalen Wettlauf um künstliche Intelligenz nicht verlieren.

Milliarden für Rechenzentren und eigene Chips

Das Geld fließt in zwei Bereiche. Zum einen in den massiven Ausbau von Rechenzentren. Zum anderen in die Produktion eigener Hardware.

Für 2026 hebt Alphabet die Investitionsprognose deutlich an, auf 180 bis 190 Milliarden Dollar. Erste Einschätzungen für 2027 deuten auf noch höhere Summen hin. Bereits im ersten Quartal hatte sich das Investitionsvolumen im Jahresvergleich mehr als verdoppelt, auf etwa 35,67 Milliarden Dollar.

Die hohen Ausgaben belasten kurzfristig den freien Cashflow. Das Management hält trotzdem an seiner „Full-Stack“-Strategie fest: eigene Chips, Cloud-Dienste und Software aus einer Hand.

Angriff auf Nvidias Kerngeschäft

Google weitet den Verkauf seiner Tensor Processing Units aus, den hauseigenen KI-Chips. Zielgruppe sind sogenannte Neocloud-Anbieter, also spezialisierte Cloud-Betreiber für KI-Workloads. Ein solcher Partner ist offenbar Nscale.

Der Schritt zielt direkt auf Nvidias Geschäft. Alphabet will mit eigenen Chips für Drittanbieter neue Einnahmequellen erschließen. Gleichzeitig sinkt so die Abhängigkeit der Branche von externen GPU-Lieferanten.

Erste Zahlen stützen die Strategie. Der Datenverkehr für Gemini, Alphabets KI-Modell, hat sich binnen eines Jahres vervierfacht. Die Cloud-Sparte wuchs im jüngsten Quartal um 63 Prozent, die operative Marge liegt inzwischen über 30 Prozent.

Kursverlauf und geteilte Analystenmeinungen

Die Alphabet-Aktie schloss am Montag bei 309,75 Euro. Auf Wochensicht steht ein Minus von 3,59 Prozent, auf Monatssicht ein Rückgang von 2,69 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 350,75 Euro, erreicht am 18. Mai, trennen die Aktie inzwischen fast zwölf Prozent.

Der Blick aufs Jahr relativiert die jüngste Schwäche. Seit Januar steht ein Plus von 15,11 Prozent, über zwölf Monate sogar fast eine Verdopplung. Der RSI von 45,4 signalisiert derzeit weder Überkauft- noch Überverkauft-Zustand.

Bei den Analysten geht die Einschätzung auseinander. Citizens Financial Group hob das Kursziel deutlich an, von 385 auf 515 Dollar, und verweist auf die vertikale Integration und den TPU-Vorteil. UBS senkte dagegen ihr Ziel von 410 auf 400 Dollar und bleibt bei „Neutral“ – die Bank sorgt sich um die hohe Kapitalintensität und Verschiebungen im Werbemarkt.

Neue Regulierungsstufe in Großbritannien

Parallel zur Finanzoffensive wächst der regulatorische Druck in Europa. Seit Mitte Juli gilt Google Cloud in Großbritannien als „Critical Third Party“ für den Finanzsektor. Damit unterliegt die Cloud-Infrastruktur direkter Aufsicht durch britische Finanzregulierer, um die Stabilität des Bankensystems zu sichern.

Die Einstufung zeigt, wie systemrelevant Googles Infrastruktur inzwischen für die globale Finanzwelt geworden ist. Beim globalen Suchmarktanteil hält der Konzern weiterhin 91,3 Prozent, auch wenn Bereiche wie YouTube-Werbung und das Google Network zuletzt langsamer wachsen. Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei 3.818,32 Milliarden Euro.

Die Zahlen zum abgelaufenen Quartal stehen Ende Juli an. Dann zeigt sich, ob die aggressive Investitionsstrategie bereits messbare Erträge liefert oder die Skepsis von Analysten wie UBS weiter Nahrung bekommt.

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