Während Alphabet-Aktionäre die jüngsten Google-I/O-Ankündigungen verarbeiten, rückt ein ganz anderer Faktor in den Vordergrund: ein SpaceX-Börsengang, der stille Milliardengewinne auf Alphabets Bilanz schlagartig sichtbar machen könnte. Das ist kein Randthema — es könnte einer der bedeutendsten Bewertungsmomente für den Konzern in diesem Jahr werden.
100 Milliarden Dollar, die kaum jemand einpreist
2015 investierten Google und Fidelity gemeinsam eine Milliarde Dollar in SpaceX, damals mit einer Bewertung von 12 Milliarden Dollar. Heute hält Alphabet noch rund 6,1 Prozent an dem Raumfahrtunternehmen. Geht SpaceX wie geplant zu einer Bewertung von 1,75 Billionen Dollar an die Börse, kristallisiert sich Alphabets Position zu über 100 Milliarden Dollar — in bar bewertbarem Eigenkapital.
Der entscheidende Unterschied liegt in der Bilanzierung. Solange SpaceX privat bleibt, fließen Bewertungsänderungen als unrealisierte Gewinne durch Alphabets Ergebnisrechnung — und werden von Analysten meist ignoriert. Mit dem Börsengang ändert sich das: Die Position erhält einen tagesaktuellen, verifizierbaren Marktpreis. Das ist der eigentliche Katalysator.
Das S-1 wurde am 20. Mai eingereicht. Basierend auf dem üblichen IPO-Ablauf rechnen Underwriter mit einem Listing um den 12. Juni — der Termin ist allerdings unbestätigt und kann sich verschieben, etwa wenn die SEC zusätzliche Offenlegungen verlangt oder die Roadshow-Nachfrage hinter den Erwartungen zurückbleibt.
Google I/O: KI-Abos und neue Hardware
Parallel zum SpaceX-Thema hat Alphabet seine KI-Abonnementstruktur grundlegend umgebaut. Google führte auf der I/O-Konferenz am 19. Mai einen neuen „AI Ultra“-Tarif für 100 Dollar monatlich ein und senkte gleichzeitig den Preis des bisherigen Spitzenplans von 250 auf 200 Dollar. Der Ultra-Tarif richtet sich an Entwickler und technisch versierte Nutzer: Er bietet fünffach höhere Nutzungslimits in der Gemini-App, 20 TB Cloud-Speicher sowie Zugang zu Gemini Spark — einem KI-Agenten, der eigenständig Aktionen über Google-Produkte hinweg ausführen kann.
Die Reaktionen der Analysten fallen gespalten aus. Bank of America wertet Googles Auftritte als Zeichen echter Produktführerschaft und sieht den Konzern nicht länger in der Aufholjagd. UBS hingegen bleibt vorsichtig: Die neuen Abotarife dürften die kurzfristigen Gewinnprognosen kaum bewegen, da KI-Monetarisierung außerhalb von Suche und Cloud noch in den Anfängen stecke.
Hinzu kommt ein neuer Hardware-Vorstoß: Google betritt mit Gemini-gestützten Smart Glasses den Markt für intelligente Brillen — entwickelt gemeinsam mit Samsung, Warby Parker und Gentle Monster. Der Start ist für Herbst 2026 geplant, iPhone-Kompatibilität inklusive. Preise wurden noch nicht offiziell genannt; Branchenbeobachter schätzen das Einstiegsmodell auf 299 bis 499 Dollar — direkt im Wettbewerb mit Metas Ray-Ban-Brillen.
Kurs mit Rückenwind, aber kurzfristig unter Druck
Die Alphabet-Aktie schloss den Freitag bei 330,20 Euro, ein Minus von einem Prozent auf Tagesbasis. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von rund 23 Prozent zu Buche. Das 52-Wochen-Tief von 142,68 Euro liegt weit zurück — der Kurs hat sich seitdem mehr als verdoppelt.
In der kommenden Woche laufen mehrere Fäden zusammen: Die SpaceX-Roadshow dürfte Ende Mai anlaufen, eine Preisspanne wird für Anfang Juni erwartet. Am 8. Juni ist Ex-Dividenden-Tag für die Quartalsdividende von 0,22 Dollar je Aktie. Ferner läuft das Kartellrechtsverfahren weiter: Google hat Berufung gegen das Urteil eingelegt, das eine Datenweitergabe an Wettbewerber vorschreibt — ein Prozess, der sich noch über Monate hinziehen dürfte.
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