Sorgen um die Nachfrage und den Patientenzugang bei AMVUTTRA belasten Alnylam: Am Freitag verzeichnete die Aktie eine Kursbewegung von -6,6%. Das Unternehmen erwartet die TTR-Produktumsätze am unteren Ende seiner Prognosespanne. Hinzu kam am Freitag eine Abstufung durch Bernstein wegen Bedenken zum Design der Studie TRITON-CM.
Umsatzwachstum trifft auf Absatzunsicherheit
Alnylam meldete am Donnerstag für das dritte Quartal 2026 einen Umsatz von 1.458,1 Millionen $. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Wachstum von 16,7%.
Die Belastung für die Aktie liegt damit nicht in einem rückläufigen Quartalsumsatz. Entscheidend ist vielmehr die vorsichtigere Einschätzung der weiteren Absatzentwicklung. Das Management verwies auf eine langsamere Umsetzung der Nachfrage in tatsächliche Verkäufe und Unsicherheit über Bestellungen im Schlussquartal.
Die Prognose für die gesamten Nettoproduktumsätze 2026 bestätigte Alnylam bei 4.700 Millionen $ bis 5.100 Millionen $. Die unveränderte Gesamtspanne steht allerdings einer vorsichtigeren Erwartung für die TTR-Produkte gegenüber.
Deren Umsätze sollen nach Einschätzung des Managements am unteren Ende der Spanne von 4.200 Millionen $ bis 4.500 Millionen $ liegen. Als Unsicherheitsfaktor für Bestellungen nannte das Unternehmen die vorgeschlagene Erstattungsregel im Rahmen des 340B-Programms.
Beim Zugang zu AMVUTTRA kommt eine weitere Einschränkung hinzu. UnitedHealth führte am 1. Oktober in seinem Medicare-Advantage-Geschäft strengere Regeln für den Einsatz als Erstlinientherapie ein. Nach Angaben von Alnylam könnte dies den Zugang für einige neue Patienten verzögern. Bereits behandelte Patienten seien davon nicht betroffen.
Bernstein senkt Bewertung und Kursziel
Bernstein stufte Alnylam am Freitag von „Outperform“ auf „Market Perform“ ab. Zugleich senkte das Analysehaus sein Kursziel von 376 $ auf 199 $. Als Begründung wurden Bedenken zum Design der Phase-3-Studie TRITON-CM genannt.
Damit treffen unterschiedliche Risikofaktoren zusammen: Die Aussagen des Managements betreffen die kurzfristige Umsatzentwicklung und den Therapiezugang. Bernstein richtet den Blick dagegen auf das Studiendesign. Die Abstufung ist deshalb nicht lediglich eine Wiederholung der vorsichtigeren Absatzerwartungen.
Nächste Orientierung erst im Februar
Für die nächste Umsatzprognose müssen Anleger länger warten als bis zur JPMorgan-Konferenz im Januar. Alnylam kündigte am Donnerstag an, den Ausblick für die Produktumsätze 2027 zusammen mit den Ergebnissen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2026 Mitte Februar vorzulegen.
Auf diese Ergebniskonferenz im Februar 2027 verschob das Unternehmen auch die erwarteten Datenaktualisierungen zur Phase-2-Entwicklung von ALN-6400. Dasselbe gilt für die Phase-1-Daten zu ALN-2232.
Damit bündelt Alnylam wichtige finanzielle und klinische Orientierungspunkte auf einen Termin. Bis dahin prägen die vorsichtige TTR-Umsatzerwartung, mögliche Verzögerungen beim Patientenzugang und die von Bernstein angesprochenen Studienbedenken das Anlagebild.
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