Ein neuer Finanzchef, eine wegweisende Abstimmung und ein bevorstehender Index-Eintritt – für den Wolfram-Produzenten Almonty Industries verdichten sich die Ereignisse im Juni 2026 zu einem strategischen Knotenpunkt.
Die Aktie notiert am Montag bei 28,75 AUD und damit 117 Prozent über ihrem Jahresschlusskurs. Der RSI von 97,4 signalisiert allerdings eine extreme Überkauft-Situation – die Volatilität bleibt mit knapp 70 Prozent annualisiert hoch.
Neuer CFO mit Branchen-Know-how
Jorge Beristain, CFA, tritt zum 1. Juni 2026 offiziell als Chief Financial Officer an. Er kommt von Ryerson Holding Corp, einem Metall-Service-Center mit fünf Milliarden Dollar Umsatz, wo er zuletzt als Vice President Finance tätig war. Zuvor war er CFO bei Central Steel & Wire und leitete bei der Deutschen Bank das Americas Metals & Mining Equity Research.
Beristain löst Guillaume de Lamaziere ab, der das Amt interimistisch geführt hatte. Die Personalie unterstreicht den Anspruch des Unternehmens, das mit der Sangdong-Mine in Südkorea die erste Einnahmequelle erschließt und sich in den westlichen Wolfram-Lieferketten positioniert.
Hauptversammlung mit strategischer Weichenstellung
Bereits am 9. Juni stimmen die Aktionäre in Toronto über den Ausbau der Sangdong-Mine ab. Die geplante Phase 2 soll die Verarbeitungskapazität auf 1,2 Millionen Tonnen Erz pro Jahr verdoppeln – das würde rund 40 Prozent der weltweiten Wolfram-Nachfrage außerhalb Chinas abdecken.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Ab Januar 2027 müssen US-Rüstungsunternehmen Wolfram ausschließlich aus Quellen außerhalb Chinas beziehen. Peking hatte den Export von Ammoniumparawolframat (APT) zuvor durch ein Lizenzsystem mit nur 15 staatlichen Firmen faktisch eingefroren – ein Schock für den globalen Markt.
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Phase 1 der Sangdong-Mine ist bereits in Betrieb und produziert jährlich rund 2.300 Tonnen Wolfram-Konzentrat. Mit Phase 2 würde sich die Fördermenge auf etwa 4.600 Tonnen verdoppeln.
Bilanz bietet Spielraum
Die Finanzierung des Ausbaus scheint gesichert. Zum 31. März 2026 verfügte Almonty über 259,9 Millionen Dollar Cash bei einer Nettoliquidität von rund 94,5 Millionen Dollar. Die Gesamtverschuldung lag bei 165 Millionen Dollar.
Der operative Betrieb läuft ebenfalls besser: Der Umsatz stieg im ersten Quartal auf 25,4 Millionen kanadische Dollar (Vorjahr: 7,9 Millionen), getrieben durch deutlich höhere APT-Preise. Das bereinigte EBITDA drehte von minus 2,4 auf plus 6,1 Millionen Dollar.
Russell-Index-Aufnahme im Juni
Parallel zum operativen Fortschritt verändert sich auch die Aktionärsstruktur. FMR LLC hält mit 18,3 Millionen Aktien einen Anteil von 6,5 Prozent. Zum 29. Juni 2026 wird Almonty zudem in den Large-Cap Russell 1000 und den Russell 3000 aufgenommen – ein Schritt, der institutionelle Anleger anzieht.
Die kommenden Tage entscheiden über das Tempo der Expansion. Gelingt die Zustimmung zur Phase 2, steht Almonty vor einem Sprung zum mengenmäßig zweitgrößten Wolfram-Produzenten außerhalb Chinas. Die Märkte schauen gespannt nach Toronto.
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