Chinas Exportbeschränkungen für Wolfram haben eine Versorgungslücke gerissen, die die globale Chipindustrie zunehmend unter Druck setzt. Japanische Produzenten von Wolframhexafluorid (WF₆) — einem unverzichtbaren Prozessgas für die Halbleiterfertigung — haben Samsung Electronics und DB HiTek bereits über drohende Lieferkürzungen in der zweiten Jahreshälfte informiert. Almontys Sangdong-Mine in Südkorea, die im März offiziell in Betrieb gegangen ist, rückt dabei als einzige glaubwürdige nicht-chinesische Alternative in den Mittelpunkt.
Eine Lücke, die sich schnell schließen muss
WF₆ ist kein Nischenprodukt. Das Gas wird benötigt, um Wolframschichten auf Halbleiterwafer aufzutragen — leitfähige Verbindungen, die in DRAM-, NAND- und Logikchips unverzichtbar sind. Besonders 3D-NAND-Speicher verbrauchen große Mengen davon: Bei 200 gestapelten Schichten sind 200 separate Abscheidungsvorgänge nötig.
Japanische Hersteller wie Kanto Denka Kogyo und Central Glass decken rund 25 % des weltweiten WF₆-Angebots. Ihre Rohstoffbasis hängt von chinesischem Wolfram ab — und genau hier liegt das Problem. Bestehende Lagerbestände reichen nach Branchenangaben bis Ende Juni. Was danach kommt, ist offen.
Samsung gilt als besonders exponiert, da das Unternehmen stärker auf japanische Lieferanten angewiesen ist als der Wettbewerber SK Hynix. Letzterer bezieht WF₆ auch von koreanischen und chinesischen Quellen und verfügt damit über mehr Spielraum. Einige Auftragsfertiger versuchen derzeit, die Qualifizierung koreanischer WF₆-Alternativen zu beschleunigen — ein Prozess, der normalerweise mehr als 18 Monate dauert.
Sangdong: Richtiger Ort, richtiger Zeitpunkt
Hinter der Lieferkrise steckt eine extreme geopolitische Konzentration: China, Russland und Nordkorea kontrollieren zusammen rund 95 % des globalen Wolfromangebots. Als Peking Ende 2025 als Reaktion auf US-Zölle seine Exporte drastisch drosselte, folgte ein historischer Preissprung. Wolfram notiert aktuell bei 3.190 US-Dollar je metrische Tonneneinheit in Rotterdam — zu Jahresbeginn waren es noch rund 900 Dollar.
In dieses Vakuum stößt Almonty Industries. Die Sangdong-Mine verarbeitet derzeit rund 640.000 Tonnen Erz pro Jahr. Der kommerzielle Start der Phase 1 ist für das zweite Quartal 2026 geplant, mit einer Zielproduktion von etwa 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat jährlich. Eine Phase-2-Erweiterung soll 2027 folgen und die Kapazität auf rund 1,2 Millionen Tonnen Erz pro Jahr verdoppeln — was einer Wolframproduktion von etwa 4.600 Tonnen entspräche. Bei voller Auslastung könnte Sangdong rund 40 % der weltweiten Wolframnachfrage außerhalb Chinas decken.
Analysten und Investoren ziehen nach
Das veränderte Marktumfeld schlägt sich in den Bewertungen nieder. GBC hob das Kursziel am 9. April von 9,00 auf 28,60 kanadische Dollar an und verwies auf die verbesserte Ertragsperspektive durch den Hochlauf von Sangdong. B. Riley Financial erhöhte sein Ziel auf 23 Dollar, DA Davidson setzte es bei 25 Dollar an, Oppenheimer hob es von 16 auf 19 Dollar.
Auch institutionelle Investoren positionieren sich: Die Zahl der Fonds, die Almonty-Aktien halten, stieg im vergangenen Quartal um mehr als 55 % auf 107. Van Eck Associates hält inzwischen 11,2 Millionen Aktien im Wert von rund 99 Millionen Dollar. Neu eingestiegen sind unter anderem Encompass Capital Advisors mit einer Position von 25,6 Millionen Dollar sowie Next Century Growth Investors mit 16,3 Millionen Dollar.
Nordamerika als zweites Standbein
Parallel zu Sangdong treibt Almonty sein nordamerikanisches Projekt voran. Das Gentung-Browns-Lake-Projekt in Montana soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 produktionsbereit sein, mit einer Zielkapazität von rund 140.000 Tonneneinheiten pro Jahr. Die US-Regierung hat Almontys Wolframerze, -konzentrate und -oxide ausdrücklich von den reziproken Zöllen ausgenommen — ein klarer Vorteil für das Unternehmen, das Wolfram unter einem Langzeitvertrag an Global Tungsten & Powders in Pennsylvania liefert.
Der strategische Hintergrund: Ab dem 1. Januar 2027 müssen US-Verteidigungsauftragnehmer Wolfram ausschließlich aus nicht-chinesischen Quellen beziehen. Almonty ist damit nicht nur Profiteur einer akuten Lieferkrise, sondern auch strukturell auf eine regulatorische Deadline ausgerichtet, die den Bedarf an westlichen Wolframquellen dauerhaft verankert. Die ersten Quartalsergebnisse mit nennenswerten Produktionsmengen aus Sangdong werden zeigen, ob die prognostizierten Margen von über 50 % tatsächlich erreichbar sind.
Almonty-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Almonty-Analyse vom 13. April liefert die Antwort:
Die neusten Almonty-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Almonty-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Almonty: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
