Almonty richtet sich sichtbar neu aus. Der Wolfram-Produzent verlagert seinen Schwerpunkt in Richtung nordamerikanische Rüstungs- und Industrieinteressen und schickt seinen Vorstandschef Lewis Black an diesem Mittwoch auf die Bühne einer Rohstoffkonferenz in Miami.
Im Mittelpunkt steht ein Metall, das selten Schlagzeilen macht, für Militär und Hochtechnologie aber zentral ist: Wolfram. Black will dort über die Rolle des Materials für die US-Verteidigungsbereitschaft und über die Neuordnung globaler Lieferketten sprechen.
Montana als strategischer Anker
Ein wichtiger Schritt dieser Neuausrichtung ist der Umzug des Firmensitzes von Toronto nach Dillon in Montana. Almonty rückt damit näher an seine US-Industriepartner und an politische Ansprechpartner in den Vereinigten Staaten.
Auch geografisch passt das Bild. Das Unternehmen verweist auf die Nähe zum Gentung-Wolfram-Projekt und auf die stärkere Ausrichtung an den Prioritäten der US-Industriepolitik. Im Kern geht es um Versorgungssicherheit bei einem Rohstoff, der für Panzerung, Munition und Spezialelektronik gebraucht wird.
Parallel dazu steht ein Wechsel im Finanzressort an: Jorge Beristain soll im Juni 2026 die Rolle des Finanzchefs übernehmen. Er dürfte eine Phase begleiten, in der sich Almonty vom Entwicklungswert zum kommerziellen Produzenten weiterentwickeln will.
Viel Liquidität, wenig Belastung
Finanziell wirkt das Unternehmen derzeit gut gepolstert. Zum Ende des ersten Quartals wies Almonty liquide Mittel von 259,9 Millionen kanadischen Dollar aus. Das Working Capital lag bei 169,5 Millionen kanadischen Dollar.
Belastet wurden die Zahlen nur durch nicht zahlungswirksame Neubewertungen derivativer Verbindlichkeiten von 8,4 Millionen kanadischen Dollar. Operativ änderte das am Cashbestand nichts. Das verschafft Spielraum für den Ausbau in den USA und in Südkorea.
Kurs reagiert auf die Story
An der Börse kommt die Neupositionierung an. Die Aktie notiert bei 29,94 australischen Dollar, nach 28,44 Dollar am Vortag. Auf Sicht von sieben Tagen ergibt sich ein Plus von 6,97 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein Anstieg von 126,13 Prozent zu Buche.
Auch technisch bleibt das Bild stark. Der Kurs liegt deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 15,60 Dollar und nur 7,91 Prozent unter dem Rekordhoch von 32,51 Dollar. Mit einer 30-Tage-Volatilität von 87,29 Prozent bleibt der Titel allerdings nichts für ruhige Hände. Heute dürfte in Miami deshalb weniger der Kurs als die Botschaft zählen: Almonty will sich als nicht-chinesischer Wolframlieferant für den Westen etablieren.
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